Der Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) hat in seinem "Business Report" die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Jahres zusammengefasst. Die Marktübersicht basiert auf Daten der GfK. GamesMarkt.de präsentiert die wichtigsten Fakten und Trends.

Der deutsche Videomarkt kann auf ein äußerst erfolgreiches Jahr 2001 zurückblicken. So wurde im Gesamtmarkt mit einem Umsatz von 1,146 Mrd. Euro erstmals die Milliarden-Euro-Schwelle überschritten - eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent. Über zwei Drittel des Umsatzes kamen über den Kaufbereich (790,4 Mio. Euro). Der DVD-Verkauf lag dabei mit 406,7 Mio. zum ersten Mal über dem Umsatz des VHS-Verkaufs (384 Mio. Euro).

Begünstigt wurde diese Entwicklung durch eine zunehmende Hardwarepenetration. Verfügten Ende 2000 noch 1,1 Mio. deutsche Haushalte über einen DVD-Player, waren es Ende 2001 bereits 2,7 Mio. Geräte - somit war bereits jeder zwölfte deutsche Haushalt im Besitz eines DVD-Players. Hinzu kamen noch circa fünf Mio. Haushalte mit einem PC mit integriertem DVD-Laufwerk. Darüber hinaus waren Ende letzten Jahres 660.000 Haushalte im Besitz einer DVD-abspielfähigen PlayStation 2 von Sony. Für Ende 2002 prognostiziert die GfK eine Haushaltsausstattung zwischen 14,4 und 15,7 Prozent. In absoluten Zahlen sind dies circa fünf bis 5,2 Mio. DVD-Player.

DVD-Käufer im Schnitt 35 Jahre alt

Im Jahr 2001 haben in Deutschland insgesamt 17,1 Mio. Endverbraucher mindestens einen Bildtonträger erworben. Im Jahr zuvor waren es noch 16,5 Mio. Konsumenten gewesen. Somit konnten 600.000 neue Verbraucher dem Kaufvideomarkt zugeführt werden - primär durch DVD. Im Schnitt hat jeder Kunde 4,3 DVDs gekauft und dafür 94 Euro ausgegeben. Das Durchschnittsalter lag bei 35 Jahren. Über drei Viertel der DVD-Käufer sind männlich (78 Prozent). Beliebtestes Genre war der Spielfilmbereich (82 Prozent).

DVD ist Motor des Wachstums

Jede zehnte verkaufte DVD war jedoch bereits eine Kinder-DVD - im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 58,7 Prozent. Der Musikbereich konnte ebenfalls zulegen: 6,8 Prozent Anteil am gesamten Kaufmarkt bedeuteten eine Steigerung um 78,9 Prozent. Auch beim Absatz ist DVD auf dem Vormarsch: Bereits mehr als jeder dritte vom Endverbraucher erworbene Bildträger war eine DVD. Insgesamt wurden 2001 18,9 Mio. DVDs verkauft. Der DVD-Markt wird zurzeit von circa. einer Mio. Intensivkäufer beherrscht. Diese schafften sich insgesamt 12,8 Mio. DVDs für ihre Heimkinos an.

E-Commerce nimmt zu

Die DVD-Käufer konnten Ende 2001 aus einem Angebot von 4200 Titeln auswählen, bis Ende 2002 soll sich diese Zahl auf 6700 erhöht haben. Meistverkaufter Titel auf DVD war 2001 laut GfK "Shrek" (Universal) mit 312.000 Einheiten. 11,9 Mio. Personen gingen 2001 in Deutschland virtuell auf Einkaufstour. Der Umsatzanteil des E-Commerce-Geschäfts am Gesamtmarkt stieg bei DVDs von 14,7 auf 19,3 Prozent. Somit wurde 2001 annähernd jede fünfte DVD online eingekauft.

Ganz vorn zu finden ist hier Amazon mit einem Marktanteil von 42,9 Prozent. Insgesamt wurden 2001 Bildtonträger im Wert von 107,8 Mio. Euro übers Netz geordert. Im laufenden Jahr erwartet der BVV erneut Rekordumsätze. Neben einer weiteren Verbreitung der DVD-Abspielbasis im Hardwarebereich sollen vor allem die Topkinotitel des vergangenen Jahres ihren Teil dazu beitragen.

So soll Ende dieses Jahres in jedem siebten Haushalt ein DVD-Player stehen. Im Bereich Software wird ein Absatz von 30,7 Mio. DVDs prognostiziert. Erste Erfolge konnten bereits im 1. Quartal verbucht werden: "Der Schuh des Manitu" wurde 2,7 Mio. Mal auf VHS oder DVD an den Handel ausgeliefert. Auch in diesem Jahr plant der BVV eine generische DVD-Kampagne. Einziger Wermutstropfen seien die zunehmenden Raubkopien.

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