Deutsche Gamesbranche blickt durchaus positiv auf 2023
Aller Krisen und Unsicherheiten zum Trotz: Ungefähr zwei Drittel der deutschen Unternehmen im Gamesbereich erwarten 2023 eine positive Entwicklung des eigenen Geschäfts. Aber auch der Fachkräftemangel ist laut dem game Branchenbarometer präsent, denn jede zweite Gamesfirma hat aktuell unbesetzte Stellen.
Die deutschen Gamesunternehmen schauen zuversichtlich auf das kommende Jahr, so lautet das Fazit des game Branchenbarometers auf Grundlage einer Mitgliederbefragung, die heute anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbands veröffentlicht wurde. 48 Prozent der befragten Gamesunternehmen erwartet eine "eher positive" oder "sehr positive" Entwicklung der deutschen Branche in den kommenden zwölf Monaten, wogegen nur 16 Prozent vom Gegenteil ausgehen. Die Daten beruhen auf einer Online-Umfrage des game - Verband der deutschen Games-Branche, an der zwischen dem 17. November und dem 24. November 2022 125 Mitgliedsunternehmen teilnahmen, darunter insbesondere Entwickler und Publisher.
Mit Blick auf das eigene Unternehmen sieht es noch etwas positiver aus. Trotz des anhaltenden Kriegs in der Ukraine, hoher Energiekosten und Unsicherheiten bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes erwarten 64 Prozent der befragten Unternehmen eine "eher positive" oder "sehr positive" Entwicklung im kommenden Jahr für das eigene Geschäft. Lediglich neun Prozent gehen von einer negativen Entwicklung aus. 52 Prozent der Unternehmen erwarten eine positive Entwicklung der Anzahl der Mitarbeitenden im kommenden Jahr, nur sechs Prozent prognostizieren eine negative Entwicklung in diesem Bereich. Allerdings zeigt sich ein Problem bei der Besetzung offener Stellen durch den Fachkräftemangel: 49 Prozent der Gamesunternehmen haben offene Stellen. Bei fast jeder vierten Firma (23 Prozent) sind zehn bis 20 Prozent der Positionen unbesetzt, bei weiteren sieben Prozent sind es sogar über 20 Prozent.
"Die vielfältigen wirtschaftlichen Herausforderungen gehen auch an der Games-Branche nicht spurlos vorbei. Das allgemein unsichere wirtschaftliche Umfeld und steigende Kosten belasten auch die Planungen der Gamesunternehmen. Das game Branchenbarometer zeigt aber dennoch einen Grundoptimismus für 2023 und macht deutlich, dass sich die deutsche Games-Branche voller Kraft in die Aufholjagd mit anderen Games-Standorten weltweit begeben hat", sagt Felix Falk, Geschäftsführer des game ? Verband der deutschen Games-Branche. "Grundsätzlich kann deshalb mit weiterem Wachstum des weltweiten Games-Marktes für die kommenden Jahre gerechnet werden. Entscheidend dafür sind die Rahmenbedingungen für die Spiele-Entwicklung in Deutschland, die sich seit einigen Jahren endlich verbessern. Wichtige Grundlage ist dabei weiterhin die Games-Förderung des Bundes, deren kurzzeitiger Stopp dieser positiven Entwicklung zum Glück nun doch kein Ende gesetzt hat. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter zu ermöglichen, müssen die Fördermittel sich am tatsächlichen Bedarf orientieren und auf 100 Millionen Euro jährlich anwachsen. Gleichzeitig braucht es weitere Schritte, die in der Games-Strategie der Bundesregierung bereits beschrieben sind."
Marcel Kleffmann