GameCube-Start erfolgreich
Am 3. Mai startete der Nintendo GameCube in Europa. Laut Axel Herr, Sales & Marketing Director Nintendo Deutschland, konnten hierzulande von 79.000 ausgelieferten Konsolen in den ersten drei Tagen 51.556 Stück durchverkauft werden. Die Softwareratio liege bis dato bei 1:1,2 bis 1:1,5, vor allem dank "Star Wars: Rogue Leader".
"Wir sind über alle Maßen zufrieden", kommentierte Axel Herr den Launch des Nintendo GameCube. Ermittelt durch zwei unabhängige Panels, die insgesamt rund 350 Outlets der verschiedenen Handelskanäle umfassen, sind laut Herr in den ersten drei Tagen 51.556 Konsolen verkauft worden. Dazu kämen über 35.000 Softwaretitel aus dem eigenen Hause. Gemessen an Nintendo-Spielen liegt die Hard-/Softwareratio somit bei 1:0,7.
Nach vier Stunden Xbox überholt
In gemeinsamer Abrechnung mit Third-Party-Titeln komme man vor allem dank "Star Wars: Rogue Leader - Rogue Squadron II" von Electronic Arts, das sich nahezu 1:1 verkauft habe, auf eine Ratio von 1:1,2 bis 1:1,5 im Gesamtmarkt. "Ohne Häme und Arroganz muss festgehalten werden, dass wir bereits am Freitag um 12 Uhr an Xbox vorbeigezogen sind", sagte Herr. Nur wenige Stunden später, am Freitagabend zu Geschäftsschluss, seien bereits 33.000 GameCubes durchverkauft worden. "Insgesamt haben wir den richtigen Weg eingeschlagen, GameCube als reine Spielemaschine anzubieten", resümiert der Sales & Marketing Director von Nintendo Deutschland.
Zufrieden zeigte sich in einer ersten Stellungnahme auch der Handel. "Sensationell!", kommentierte Michel Wedler, Produktmanager Saturn, den Launch am 3. Mai. "So einen gigantischen Start einer Videospielkonsole haben wir schon lange nicht mehr im Saturn erlebt. Wir sind höchst zufrieden mit dem Ablauf und der Organisation dieser Markteinführung sowie unserer beiden GameCube-Launchevents in unseren Häusern Saturn Berlin und Essen. Den Durchverkauf unserer Hardwaremengen in nur zwei Tagen, einschließlich Zubehör und Software, kann man nur als "gigantisch" bezeichnen! Gut gemacht, Nintendo, und vielen Dank für so viel Professionalität", zeigte sich Wedler mehr als zufrieden.
Im Großhandel sieht die Situation etwas anders aus. Kritikpunkt ist beileibe nicht der Preis, sondern die Auslieferungsmengen sind den Händlern ein Dorn im Auge. Etwa bei Günther Groß. Beim Röhrnbacher Distributor seien von 3000 bestellten GameCubes nur ein Bruchteil von 200 Konsolen eingetroffen. "Wir haben aber bereits rund 800 Vorbestellungen verzeichnet. Der Ärger bei den Kunden ist jetzt entsprechend, wie Sie sich vielleicht vorstellen können. Täglich gehen erregte Anrufe bei uns ein, wann die bestellten Produkte endlich eintreffen", so Groß gegenüber GamesMarkt.de. "Beim N64 war es aber nicht anders. Und wenigstens ist zum GameCube-Start keiner durchgedreht und hat an der Preisschraube gedreht", tröstet sich Groß. Auf Nachfrage beschwichtigte Axel Herr: "Wir haben 79.000 Konsolen ausgeliefert. Dabei hat jeder einen fairen Anteil für sich verzeichnen können. Insgesamt sind wir aber ein einstufiger Vertrieb und beliefern daher in erster Linie auch unsere eigenen Kunden." Bis Ende des Kalenderjahres gab Herr das Ziel aus, 600.000 Konsolen in Deutschland ausgeliefert zu haben.