Ubisoft verkauft Gameloft-Anteile
Im Rahmen eines Termingeschäfts hat sich Ubisoft von sämtlichen Anteilen am Mobile-Game-Publisher Gameloft getrennt. Käufer der Anteile ist Calyon, die Investment-Banking-Sparte von Crédit Agricole. Beide Unternehmen kennen sich von einer früheren Transaktion.
Der französische Publisher Ubisoft hat sämtliche Anteile an Gameloft mit Stichtag 12. Juli verkauft. Dies gab das Unternehmen bekannt. Ubisoft hielt rund 13,4 Mio. Anteile oder 18,89 Prozent an dem Mobile-Game-Publisher. Käufer des Ubisoft-Anteils ist Calyon, eine Sparte der Crédit Agricole, die 6,08 Euro pro Anteil zahlte. Beide Unternehmen haben beim Verkauf ein Termingeschäft vereinbart. Calyon hat nun 24 Monate Zeit, die ehemaligen Ubisoft-Anteile weiterzuverkaufen. Ubisoft erhält dann zusätzlich noch die Differenz zwischen dem jetzigen Verkaufspreis von 6,08 Euro und dem in zwei Jahren aktuellen Kurswert.
Es ist nicht das erste Mal, dass Ubisoft mit Calyon zusammenarbeitet. 2005 verlängerten beide Unternehmen ein ähnliches Abkommen, bei dem es um den Rückkauf von insgesamt 900.000 Ubisoft-Aktien ging. Geschlossen hatte Ubisoft dieses Termingeschäft ursprünglich 2003 mit der Crédit Lyonnais, deren Rechte und Obligationen später jedoch an Calyon übergingen. Dem damaligen Termingeschäft wurde eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Beteiligung von Electronic Arts an Ubisoft und deren Verteidigungsstrategie gegen eine mögliche Übernahme durch den Branchenprimus beigemessen. Der Vertrag sah vor, dass der Weiterverkauf der Ubisoft-Anteile im Calyon-Besitz durch den Publisher zustimmungspflichtig ist.
Der Verkauf der Gameloft-Anteile bedeutet indes nicht das Ende der Zusammenarbeit zwischen Ubisoft und Gameloft. Laut Ubisoft-Chef Yves Guillemot wird Gameloft auch künftig für die Vermarktung der Ubisoft-Spielemarken auf Mobiltelefonen verantwortlich zeichnen. Gameloft zählt zu den Pionieren im Bereich Mobile Games und ist eine der weltweit erfolgreichsten Firmen im stark wachsenden Marktsegment. Gameloft war ursprünglich ein Joint Venture der Firmen Ubisoft und Guillemot.