Mittels einer langfristig angelegten Partnerschaft wollen Flashpoint und Wanadoo Edition ihre Position im deutschen Markt stärken. Wanadoo Edition als Publisher hochwertiger Spiele und Flashpoint als Großhändler mit Distributorenqualitäten.

Durch den Distributionsvertrag mit Flashpoint AG hat Wanadoo Edition seit seinem Einstieg in den deutschen Markt nunmehr den dritten Vertriebspartner in Deutschland. Laut Markus Malti, Marketingmanager Wanadoo Edition in Deutschland, handelt es sich diesmal um eine langfristige Partnerschaft. In der Tat schließt der Deal alle neuen Spiele des französischen Publishers ein, die 2002 erscheinen werden. Die bereits veröffentlichten Titel bleiben bei den jeweiligen Vertriebspartnern BMS Modern Games bzw. Bigben Interactive.

"Sowohl BMS Modern Games als auch Bigben Interactive haben einen sehr guten Job gemacht", gibt Malti zu verstehen, dass der erneute Vertriebswechsel nicht auf Unstimmigkeiten zurückzuführen, sondern unter strategischen Gesichtspunkten zu werten ist. Wanadoo Edition wollte vor allem einen unabhängigen Partner finden, der zudem kein weiteres großes Softwarelabel in Deutschland vertritt. Dies ist auch einer der Gründe, warum Wanadoo nicht auf die Vertriebsdienstleistung eines großen, internationalen Publishers setzt.

Auf Grund der firmenstrategischen Ausrichtung war Flashpoint ein nahe liegender Partner. Der Großhändler verfügt über eine ausgezeichnete Infrastruktur, inklusive Außendienst, sowie eine erfahrene Telesalesmannschaft, so Malti. Zudem ist Flashpoint engagiert dabei, sich neben dem Großhandelsgeschäft auch als Exklusivdistributor einen Namen zu machen. Das ist Flashpoint bereits mit ersten Deals gelungen, jedoch ohne das Portfolio zu überladen. Einen Weg, den das Unternehmen auch weiterhin beschreiten will, wie Michael Auer, Business Development Manager bei Flashpoint, bestätigt. "Wir werden auch weiterhin als Großhändler auftreten", stellt Auer zudem klar; der Ausbau des Distributionsgeschäfts sei nicht mit einem Abbau des Großhandelsgeschäfts gleichzusetzen.

Gerade der Kontakt zum Fachhandel kann seiner Meinung nach auch für Wanadoo nur von Vorteil sein. Laut Auer hält der Fachhandel im Konsolengeschäft einen Anteil von rund 25 Prozent. "Das ist eine erhebliche Größe, mit der man rechnen muss", sagt Auer. Beim Aufbau der Marke wollen die frisch gebackenen Partner folgenden Weg gehen: Das Brand soll über die Produkte entstehen. In der Praxis bedeutet dies laut Malti, dass gezielte und effiziente Anzeigenkampagnen gefahren werden, viel Budget für die Unterstützung von Vertrieb und Handel freigeschaufelt wird sowie effektive und medienwirksame PR und Kooperationen initiert werden.

Unabhängige Distributionspartnerschaft

GamesMarkt.de sprach mit Markus Malti, Marketing Manager Wanadoo Edition, und Michael Auer, Business Development Manager von Flashpoint, über die Hintergründe ihrer Kooperation.

GamesMarkt.de: Herr Malti, warum hat sich Wanadoo Edition für Flashpoint entschieden?

Markus Malti: Aus verschiedenen Gründen. In Deutschland gibt es nur wenige Distributoren, die kein exklusives, großes Label im Portfolio haben. Es ist sehr wichtig für uns, dass ein Vertriebsunternehmen seinen Fokus zu 100 Prozent auf unsere Produkte legen kann. Ein weiterer Grund ist, dass Flashpoint unabhängig und auf Deutschland konzentriert ist. Die Zusammenarbeit ist damit unabhängig von Kooperationen in anderen Ländern.

GM: Bedeutet der Deal für Flashpoint den Einstieg ins Softwaredistributionsgeschäft?

Michael Auer: In gewisser Weise ja. Wir haben zwar verschiedene Exklusivverträge, z. B. mit BMG Ariola Miller für "Bob der Baumeister" oder auch mit Piggyback Interactive. Diese betreffen jedoch einzelne Themenbereiche oder andere Sektoren wie das Lösungsbüchergeschäft. Wanadoo Edition ist als komplettes Softwarelabel hingegen unser einziger Partner, und auf den werden wir uns konzentrieren.

GM: Wanadoo Edition bleibt also auch das einzige Label...

Auer: Ich glaube nicht, dass wir zunächst weitere Label mit ihrem gesamten Produktportfolio aufnehmen. Es spricht jedoch nichts gegen weitere Partnerschaften für einzelne Themen, wie eben "Bob der Baumeister". Insofern das Portfolio nur ergänzt wird, ist eine Zusammenarbeit mit anderen Firmen sogar wünschenswert.

GM: Wie steht Wanadoo Edition dazu?

Malti: Diese Entscheidungen betreffen natürlich ausschließlich Flashpoint. Zusätzliche Kooperationen für einzelne Themenbereiche wären von unserer Seite jedoch überhaupt kein Thema. Natürlich würden wir uns aber nicht freuen, wenn ein vergleichbares Label dazustieße, mit dem es vielleicht sogar Überschneidungen im Produktportfolio gäbe.

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