Das 1997 in Oberhausen als Schroet Kommando gegründete eSport-Team SK Gaming hat neue Eigentümer: Sowohl der 1. FC Köln als auch Mercedes Benz übernahmen die Anteile an dem Team von ESforce.

Es ist ein weiterer Deal, der die klassische Sportwelt aufhorchen lassen wird. Ein Sportverein und ein Automobilhersteller übernehmen gemeinsam eines der traditonsreichsten eSport-Teams Deutschlands. Genauer gesagt haben der 1. FC Köln und Mercedes Benz die Anteile des russischen eSport-Unternehmens ESforce an SK Gaming übernommen. SK Gaming wurde bereits 1997 in Oberhausen gegründet und nahm bereits an Profiturnieren teil, als nur wenige mit dem Wort eSport überhaupt etwas anfangen konnten.

Der 1. FC Köln und SK Gaming kooperieren bereits seit Januar 2018 im Rahmen der VBL, der virtuellen Bundesliga. "Unsere bisherige Kooperation hat gezeigt, dass der FC und SK Gaming sehr gut zusammenpassen. Nun gibt es eine einmalige Gelegenheit, in ein Top-Unternehmen des boomenden eSports einzusteigen, zu dem wir eine persönliche Bindung haben und mit dem wir unsere Verwurzelung in Köln teilen. Diese Chance wollten wir nutzen", so Alexander Wehrle, Geschäftsführer des Fußballclubs.

Auch Mercedes-Benz hat durch sein bisheriges Engagement Gefallen am eSport gefunden. Der schwäbische Automobilkonzern wurde 2017 Partner des ESL. 2018 avancierte er zum globalen Mobilitätspartner der ESL. "Nach fast zwei Jahren im eSport entschlossen wir uns systematisch den nächsten Schritt zu gehen", sagt Bettina Fetzer, die seit November weltweit für die Marke Mercedes Benz verantwortlich zeichnet. Man sei fasziniert sowohl vom Enthusiasmus der jungen, digitalen Generation für professionelles Gaming als auch der neuen Form des Medienkonsums und der Medienkommunikation innerhalb der Fan-Community. "Indem wir uns bei SK Gaming engagieren wollen wir uns an diesem Dialog beteiligen - als offener und interessierter Partner."

Neben dem 1. FC Köln und Mercedes Benz hält auch Gründer Alexander Müller Anteile an dem eSport-Team. "Schon 1997, als wir SK Gaming gestartet haben, waren wir fest davon überzeugt, dass professionelles Gaming einmal weltweit erfolgreich und beliebt sein wird. Diese Entwicklung treiben wir mit all unserer Leidenschaft in der täglichen Arbeit voran", so Müller.

Für SK Gaming bringt die neue Beteiligungsstruktur offenbar auch einen inhaltlichen Umbruch. Obwohl SK Gaming lange Jahre zu den führenden "Counterstrike"-Teams zählte wird diese Disziplin offenbar nicht fortgesetzt. Stattdessen wird SK Gaming in der europäischen "League of Legends"-Serie LEC antreten sowie bei den Spielen "FIFA", "Clash Royale", "SMITE" und "Hearthstone". Ob der neuen Mitgesellschafter eine Beendigung des "Counterstrike"-Engagements forderten oder ob der Umbruch unabhängig davon erfolgte ist nicht bekannt.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.