US-Gamesmarkt legt 2023 leicht zu, dank starker Premium-Releases
2023 stiegen in den USA die Einnahmen im Gamesbereich um ein Prozent. Das ist weniger als erwartet. Die Umsätze bei Konsolen-Hardware sind kaum verändert, aber beim Zubehör und Gamesinhalten ging es nach oben. Umsatzstärkstes Spiel des Jahres war weder Call of Duty noch ein Game von Rockstar.
Insgesamt 57,2 Mrd. Dollar, ca. 52,5 Mrd. Euro, gaben US-Bürger:innen im Jahr 2023 für Computer- und Videospiele laut Circana aus, für Konsolen, Gamesinhalte inkl. Add-ons, In-Game-Käufe sowie Abos auf allen Plattformen und Zubehör. Die Einnahmen stiegen um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr, 2022 ging es im Vergleich zu 2021 noch um fünf Prozent abwärts. Mat Piscatella, Executive Director & Video Game Industry Analyst bei Circana, twitterte allerdings, dass die Erwartungen der Marktforscher:innen nicht erfüllt wurden. Sie gingen für 2023 mit einer Steigerung in Höhe von drei Prozent aus. Piscatella erklärt weiter, dass "Fortnite", "Minecraft", "Roblox", "GTA" und "Call of Duty" den US-Markt in Sachen Publikumsgröße und Engagement dominieren würden. Im Dezember hätten zum Beispiel 36 Prozent der aktiven PlayStation-5-Spieler:innen und 31 Prozent der Xbox-Series-Spieler:innen mindestens einmal "Fortnite" gespielt. Außerdem würde es immer stärker vorkommen, dass neue Spiele entweder Hits oder Enttäuschungen sind, der Bereich dazwischen würde zunehmend verschwinden.
2024 wird laut Piscatella "wahrscheinlich holprig". Seiner Ansicht nach hängt vieles von (möglicher) neuer Nintendo-Hardware ab, zumal die nicht so vollgepackte Release-Schedule Chancen für einige Games bieten würde, die 2023 vielleicht untergegangen wären. "Organisches Wachstum bei den Nutzer:innen ist schwieriger zu erreichen, man muss mehr denn je mit anderen Unterhaltungsformen um Engagement kämpfen", schreibt er.
6,6 Mrd. Dollar, etwa 6,1 Mrd. Euro, wurde für Konsolen-Hardware ausgegeben, in etwa so viel wie 2022. Das Umsatzwachstum bei der PlayStation 5 glich den Rückgang von Xbox Series X|S und Switch aus. Die PlayStation 5 war die meistverkaufte Konsole des Jahres, sowohl bei der Anzahl der verkauften Systeme als auch beim Umsatz. Die Verkäufe von PlayStation Portal Remote Player waren laut Piscatella kein relevanter Umsatztreiber, zumal das Gerät kaum verfügbar war. Sony konnte die Nachfrage mittlerweile aber besser bedienen. Für Zubehör wurde vier Prozent mehr ausgegeben als im Vorjahr, nämlich 2,6 Mrd. Dollar, rund 2,4 Mrd. Euro. Angetrieben wurde dieses Wachstum durch den gesteigerten Absatz von Gamepads (plus sieben Prozent). Der PlayStation 5 Dual Sense Edge war das umsatzstärkste Gamepad des Jahres 2023.
47,965 Mrd. Dollar, ungefähr 44 Mrd. Euro, setzten Gamesinhalte auf allen Plattformen inkl. In-Game-Käufe und Abos um, etwa eine halbe Milliarde mehr als 2022. Besonders die Verkäufe von digital vertriebenen Premium-Games auf Konsolen stiegen deutlich um 13 Prozent.
Das umsatzstärkste Spiel 2023 war "Hogwarts Legacy" von Warner Bros. Games. Es ist das erste Jahr seit 2008, in dem weder ein Call-of-Duty-Titel noch ein Spiel von Rockstar Games den ersten Platz der US-Jahrescharts belegte, damals war es "Rock Band". Das Action-Rollenspiel in der Welt von Harry Potter war das meistverkaufte Spiel auf PS4 und PS5. Auf Xbox belegte es den zweiten Platz, auf Switch die fünfte Position, wobei die Switch-Umsetzung erst im November erschien. "Call of Duty: Modern Warfare III" rangiert in den Jahrescharts auf der zweiten Position, "Call of Duty: Modern Warfare II" auf dem siebten Platz. Damit ist "Call of Duty" das 15. Jahr in Folge das meistverkaufte Franchise in den USA. "The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom" war das meistverkaufte Spiel des Jahres 2023 auf Nintendo-Plattformen und das fünftmeistverkaufte Spiel insgesamt, obwohl Nintendo seine digitalen Verkäufe nicht für die Erstellung der Charts zur Verfügung stellt. In der Top-Liste von Circana fehlen ebenfalls "Baldur's Gate 3" und "Alan Wake 2", da Larian und Epic ebenfalls keine Verkaufszahlen für die Charts an Circana melden. Der Umsatz mit diesen Games ist in den übergreifenden Umsatzangaben aber enthalten. Der deutsche Publisher Plaion belegt mit "Dead Island 2" übrigens den 15. Platz.
Das Wachstum von Abonnements auf PC und Konsolen kam in den USA fast zum Stillstand. Knapp zehn Prozent der Gesamtausgaben für Gamesinhalte machten Abonnements aus. Piscatella ist der Ansicht, dass Abonnements die Spieleverkäufe nicht kannibalisieren würden. Er schreibt, dass mehrere Titel von der Aufnahme in Abodienste im Dezember profitierten. Auf PlayStation 5 belegte "PowerWash Simulator" den neunten Platz bei den MAU, gegenüber Platz 318 im November. Auf den Xbox-Series-Konsolen verbesserte sich "Goat Simulator 3" von Platz 245 auf 7. Die Top 10 der Mobile Games 2023 in den USA sind laut Sensor Tower: "Monopoly GO!", "Candy Crush Saga", "Roblox", "Royal Match", "Coin Master", "Pokémon GO", "Gardenscapes", "Jackpot Party - Casino Slots", "Township" und "Evony".
(vom 1. Januar bis zum 30. Dezember 2023, nach Umsatz in Dollar, nur Verkäufe von Games, ohne Add-ons und In-Game-Käufe) 1. Hogwarts Legacy 2. Call of Duty: Modern Warfare III 3. Madden NFL 24 4. Marvel's Spider-Man 2 5. The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom (ohne Digitalverkäufe) 6. Diablo IV 7. Call of Duty: Modern Warfare II 8. Mortal Kombat 1 9. Star Wars Jedi: Survivor 10. EA Sports FC 24 11. Starfield 12. Super Mario Bros. Wonder (ohne Digitalverkäufe) 13. Resident Evil 4 14. MLB: The Show 23 (ohne Digitalverkäufe auf Switch und Xbox) 15. Dead Island 2 16. Final Fantasy XVI 17. Street Fighter 6 18. Elden Ring 19. Mario Kart 8 Deluxe (ohne Digitalverkäufe) 20. Minecraft