Abenteuerurlaub in Azeroth
"World Of Warcraft" lädt ein, gemeinsam mit anderen RGP-Jüngern die zauberhafte und zugleich brandgefährliche Welt von Azeroth zu entdecken.
"World Of WarCraft" ist das erste Massively Multiplayer Online Roleplaying Game (MMORPG) von Blizzard. Dennoch greift der Entwickler gleich bei der Premiere in die Vollen: Vier Jahre Entwicklungszeit, eigene europäische Server und drei Sprachversionen deuten auf die hohe Priorität des Spiels auch bei Publisher Vivendi Universal Games hin.
Der Start des europäischen Betatests steht kurz bevor; der amerikanische Test hatte zehnmal mehr Registrierungen gebracht, als Blizzard eingeplant hatte. Von Beginn an legte man großen Wert darauf, die künftigen Spieler in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Das Feedback der Fans in der Community wurde laut Blizzard oftmals direkt in der Programmierung umgesetzt.
Auch Gelegenheitsspieler haben Spaß
Zum Start, der für diesen Winter geplant ist, erwartet Blizzard mehrere 100.000 Kunden und sieht sich auflogistischer Seite bestens auf den erhofften Ansturm vorbereitet. Diesen erwartet man in erster Linie deshalb, weil sich das Spielsystem ausdrücklich auch an den Gelegenheitsspieler wendet. Wer längere Zeit nicht spielt, dessen Spielfigur gewinnt in der Pause an Erfahrungspunkten. So soll vermieden werden, dass Casual-Gamer angesichts überzüchteter Charaktere von Hardcore-Gamern schnell die Lust verlieren.
Blizzard achtete auch darauf, dass sich Spieler in der Welt von Warcraft nicht verloren vorkommen. Das Quest-System beschert dem Gamer Aufträge, deren Erfüllung Geld, Erfahrungspunkte oder ähnliche Vorteile bringen. Mit dem verdienten Geld kann u. a. mit anderen Mitspielern gehandelt werden - über eine eBay-ähnliche Auktionsplattform. Hier werden Waffen, Rüstungen oder seltene Gegenstände an den Höchstbietenden versteigert.
Neue Rassen, neue Klassen
Wie für ein Rollenspiel üblich, wählt der Spieler vor dem Start aus mehreren Rassen und Klassen seine Spielfigur. Zur Verfügung stehen Menschen, Orks, Dunkelelfen, Untote, Trolle, Gnome, Zwerge und Stiermenschen. Als Klassen stehen Krieger, Magier, Druiden, Warlocks, Priester, Paladine, Schamanen, Diebe und die neu hinzugefügten Jäger zur Wahl.
Diese können sich Haustiere aus der Spielwelt einfangen und sie trainieren. Sie fungieren dann als Helfer im Kampf. Damit sich der Spieler mit seinem Charakter über den Namen hinaus identifiziert, hat Blizzard das Talent-System hinzugefügt. Spezielle Fähigkeiten können individuell unterschiedlich gefördert werden.
Zu Land, zu Wasser und in der Luft
Das Gefühl, in einer dynamischen, zusammenhängenden Welt zu spielen, wird durch die Art der Fortbewegung unterstützt. Statt Teleportern oder ähnlichen Einrichtungen reist der Spieler mit Gryphons (fliegenden Fabelwesen), Schiffen oder Zeppelinen durch das Reich der Menschen oder der Horde. Für kleinere Strecken stehen Pferde oder Wölfe bereit.
Die Handlung des im comicähnlichen Look gehaltenen Spiels setzt drei Jahre nach dem Showdown von "WarCraft III: Frozen Throne Expansion Set" ein. Unkundige des "Warcraft"-Universums finden in der Umgebung zahlreiche Hinweise zur Geschichte der Welt. Durch die breite Zielgruppenansprache kann sich Blizzard mit dem Titel gute Chancen gegen die starke Konkurrenz wie das kommende "EverQuest II" ausrechnen.
Nachgefragt bei Chris Sigaty, Producer von "World Of Warcraft" bei Blizzard
» "World Of Warcraft" ist nun vier Jahre in Entwicklung. Warum ist diese so aufwändig?
Die größte Problematik ist der Umfang des Spiels. Als wir anfingen war das Genre MMOG Neuland für uns, und unser Team bestand aus weniger als 20 Leuten. Heute umfasst das Core-Development-Team über 60 Mitarbeiter. Alle Grafiken im Spiel und die Umgebung sind von Hand gestaltet - das braucht seine Zeit.
» Welche Probleme traten bei der Entwicklung auf?
Wir benötigten einige Zeit, um das Look and Feel der "Warcraft"-Welt in der 3D-Grafik richtig hinzubekommen. Eine große Herausforderung war, die Übergänge in die einzelnen Umgebungen nahtlos und ohne Ladezeiten zu gestalten. Wir experimentierten auch lange herum, wie die Spielfiguren glaubhaft mit den Waffen umgehen könnten.
» Wo liegt der Unterschied zwischen "World Of Warcraft" und anderen MMOGs?
Das Spiel ist sehr zugänglich, insbesondere das User-Interface. Bei anderen Spielen haben Casual-Gamer oft Schwierigkeiten, sich einzugewöhnen. Auch das Quest-System unterscheidet sich deutlich von anderen MMOGs. Wir führen den Spieler von Beginn an durch die Welt. Wir haben ein Award-System für Casual-Gamer integriert. Zudem bietet "World Of Warcraft" eine sehr umfassende Hintergrundgeschichte, die auf drei vorherige Games zurückgreifen kann. Ich bin auch sehr überzeugt von den Klassen. Sie sind sehr verschieden, und es ist dennoch spannend und ausgewogen geblieben.
» Also denken sie, auch andere Spieler als die bisherige MMO-Zielgruppe ansprechen zu können?
Wir möchten eine Brücke zwischen dem Casual-Gamer und dem MMOG-User schlagen. Im Moment steht das Stigma im Raum, dass MMOGs nur für Hardcore-Gamer geeignet sind.
» Meinen Sie, dass Sie ein großes Problem mit Cheatern haben werden?
Unser Support wird das permanent beobachten. Leute, die wir beim Cheaten erwischen, werden vorübergehend vom Spiel ausgeschlossen.