Absichtserklärung bei Kanzlerrunde: Selbstkontrolle stärken
Am 16. Mai lud Bundeskanzler Gerhard Schröder Medienvertreter ins Kanzleramt ein. Erstmals waren auch Teilnehmer aus der Gamesbranche daran beteiligt. Der Dialog soll weiter fortgesetzt, die USK zu einem späteren Zeitpunkt eingeladen werden.
Am Abend des 16. Mai kam es im Bundeskanzleramt zu einem weiteren Vorgespräch für die Initialisierung eines Runden Tischs zum Thema "Gewalt in den Medien". Zum ersten Mal waren mit VUD-GF Ronald Schäfer, SCED-Chef Manfred Gerdes und "Gamestar"-Chefredakteur Jörg Langer auch Vertreter der Spielebranche geladen.
Der Kanzler selbst wertete das Gespräch als "sehr intensiv" und gab sich beeindruckt, wie alle Beteiligten ihre eigene Verantwortlichkeit im Bereich Jugendschutz betont und den Wunsch geäußert hätten, die Rahmenbedingen so abzustecken, dass sie ihrer Verantwortung auch nachkommen könnten. Doch auch darüber hinaus blieb das Gespräch nicht ergebnislos.
So wurde eine Fortsetzung des Dialogs beschlossen. Die Einladungen zu weiteren Gesprächsterminen sollen vom Kanzler und den Ministerpräsidenten ausgesprochen werden. Auch von Seiten der Industrievertreter wurde die Einrichtung eines Runden Tischs positiv aufgenommen und der Wunsch zur Teilnahme geäußert. Einigkeit geherrscht habe laut Schröder auch darin, dass es nun um eine deutliche Stärkung der freiwilligen Selbstkontrolle gehe. Die entsprechenden Einrichtungen wie die USK sollen zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls eingeladen werden.
Als dritten Punkt nannte Schröder, dass vor allem der politischen Seite verdeutlicht wurde, wie schwierig es sei, jugendgefährdende Gewaltdarstellungen im Internet zu begrenzen. Dies sei die eigentliche Schwierigkeit, sagte der Kanzler. Gegenüber GamesMarkt.de berichtete auch Manfred Gerdes von einem sehr konstruktiven Gesprächsklima. Der Kanzler habe deutlich gemacht, dass die Schuldfrage nicht zu Lasten einer Branche gehen dürfe. Auch sei es deren Vertretern gelungen, dem Kanzler den aktiven und wirkungsvollen Jugendschutz der Gamesindustrie darzulegen. "Es muss unsere Aufgabe sein, auch künftig der Regierung unseren Markt näher zu bringen", so Gerdes.