Die Entscheidung mehrerer Majors, in diesem Jahr nicht auf der ECTS auszustellen, hat den Ruf der europäischen Vorzeigeshow für Games beeinträchtigt. GamesMarkt.de sprach mit Alyson Wynn, ECTS Marketing Manager bei CMP, über das Fehlen einiger großer Firmen, die Konsequenzen und die zu erwartende Konkurrenz durch die Games Convention.

GamesMarkt.de: Die ECTS ist der Top-Event der Spielebranche in Europa. Warum haben sich in diesem Jahr so viele Majorpublisher gegen einen Auftritt entschieden? Alison Wynn: 2001 ist ein Übergangsjahr in der Interactive-Entertainment-Industrie, und die beträchtliche Mehrheit der Spielepublisher hat ihre ECTS-Strategie auf Basis dieses Marktumstands ausgerichtet. Dies bedeutet, dass einige große Publisher entschieden haben, den Fokus ihrer Aktivitäten auf den Consumerbereich und nicht auf den Handel auf der ECTS zu legen.

GamesMarkt.de: Einige der fehlenden Firmen planen eigene Events rund um die ECTS. Wirkt sich dies auf die Besucherzahlen aus? Alison Wynn: Nicht im Geringsten. Wir haben mehr Vorabregistrierungen als im Vorjahr. Die ECTS besteht nicht aus ein oder zwei großen Firmen, sondern aus einem breiten Gesamtspektrum. Über 200 Aussteller haben gebucht, und wir erwarten noch ein paar "Last Minute"-Anmeldungen.

GamesMarkt.de: Die ECTS ist eine Handelsmesse. Wandelt sich die Show durch das Fehlen vieler Majors nicht zunehmend zu einer Lizenzmesse? Alison Wynn: Zunächst stellen auch Majorpublisher aus. Ich glaube, Firmen wie Infogrames, Ubi Soft und Codemasters können gar nicht anders denn als Majorpublisher bezeichnet werden, und wir werden schon bald weitere Aussteller bekannt geben können. Zudem sind alle Next-Generation-Plattformen auf den Ständen der Third-Partys und der Großhändler präsent, so dass wir ohne Zweifel ein paar wirklich erstklassige Spiele für PlayStation 2, Xbox, GameCube und Game Boy Advance sehen werden.

GamesMarkt.de: Die Leipziger Messe und der VUD planen einen deutschen Branchenevent im August 2002. Fürchten Sie, dass durch die Games Convention deutsche Aussteller und Besucher der ECTS 2002 fernbleiben werden? Alison Wynn: Absolut nicht. In den letzten drei Jahren haben wir im Rahmen der ECTS Euro Tour auch Deutschland besucht - mit dem Resultat, dass die Zahl der Besucher und Pressevertreter aus Deutschland gestiegen ist. Die ECTS ist ein europäischer Event, und das ist ihre Stärke. Die Besucher der ECTS wollen Menschen aus der ganzen Welt treffen.

GamesMarkt.de: Neben der GC findet 2002 auch wieder die immer erfolgreichere Milia statt. Wie beurteilen Sie die Konzentration der Spiele-Events in Europa? Alison Wynn: Ich finde, es ist ein sehr positives Signal und ein Indikator für einen intakten europäischen Markt. Letztendlich ist die ECTS ein europäischer Event und bringt alle internationalen Märkte unter einem Dach zusammen.

GamesMarkt.de: Planen Sie für das nächste Jahr Veränderungen, um die jetzt fehlenden Majors wieder für die ECTS zu begeistern? Alison Wynn: Wie gesagt, das Fehlen einiger großen Firmen ist nicht Folge der Qualität der ECTS, sondern eine strategische Entscheidung, die die augenblickliche Marktsituation widerspiegelt. Der Markt wird sich sicherlich im Laufe des nächsten Jahres verändern, und ich bin mir sicher, dass wir zur rechten Zeit einige überraschende Ankündigen hinsichtlich der ECTS 2002 sehen werden.

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Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.