Epic gewinnt vor Gericht gegen Google: Play Store ist ein illegales Monopol
Vor einem US-Gericht hat Epic Games einen Erfolg gegen Google erzielt. Die Jury entschied, dass Google im Wettbewerb der App-Stores ein "illegales Monopol" habe und sich wettbewerbswidrig verhalten hätte.
Epic Games hat einen Sieg vor einem US-Gericht gegen Google erzielt. In dem Verfahren ging es um den Vorwurf eines vermeintlichen App-Store-Monopols auf Android-Smartphones. Die Jury bejahte, dass Google beim Vertrieb von Android-Apps und In-App-Paymentdiensten eine Monopolstellung innehabe (Google Play plus Google Play Billing) und wettbewerbswidrige Handlungen vorgenommen habe, die andere Unternehmen geschädigt hätten. Epic Games hatte ein ähnliches Verfahren gegen Apple angestrengt, das das Unternehmen größtenteils verlor, weil die zuständige Richterin entschied, dass dieser Rechtsstreit nichts mit Apps zu tun hatte.
"Das heutige Urteil ist ein Sieg für alle App-Entwickler:innen und Verbraucher:innen auf der ganzen Welt. Es beweist, dass Googles App-Store-Praktiken illegal sind und sie ihr Monopol missbrauchen, um exorbitante Gebühren zu verlangen, den Wettbewerb zu ersticken und Innovation kleinzuhalten", ist dem Statement von Epic Games zu entnehmen. Im Laufe des Prozesses sind Beweise vorgelegt worden, die zeigten, dass Google bereit war, Milliarden von Dollar zu zahlen, um alternative App-Stores zu unterdrücken ("Project Hug"). Es heißt weiter, dass Devs bezahlt wurden, damit sie ihre eigenen Store-Bemühungen und Direct-Distribution-Pläne aufgeben und, dass "äußerst lukrative Vereinbarungen mit Geräteherstellern" als Gegenleistung für den Ausschluss konkurrierender App-Stores anboten wurden.
"Diese Vereinbarungen sollten die Dominanz von Google als einzigem App-Store zementieren - und das hat funktioniert. Mehr als 95 Prozent der Apps werden über den Play Store auf Android vertrieben", so Epic Games weiter. Google erhält bekanntlich 30 Prozent der Einnahmen aus Verkäufen im App Store. Google-Führungskräfte sollen laut Epic Games vor Gericht zugegeben haben, dass ihr Angebot von 26 Prozent für Zahlungsoptionen von Drittanbietern eine Fake-Option sei. Bei The Verge wird herausgearbeitet, dass sich Google vor allem vor Epic Games und einem möglichen Store auf Android gefürchtet habe. Im Gegensatz zum Apple-Urteil wurde das Ganze von einer Jury entschieden.
"Die Beweise, die in diesem Fall vorgelegt wurden, zeigen die dringende Notwendigkeit für Rechtsvorschriften und Regelungen auf, die den Würgegriff von Apple und Google auf Smartphones angehen", schreibt Epic Games, die zugleich den Digital Markets, Competition and Consumer Bill im Vereinigten Königreich und den Digital Markets Act in der EU als vielversprechende Gesetze in dem Kontext nennen.
Google wird gegen das Urteil Berufung einlegen. Wilson White, stellvertretender Leiter der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten und Politik bei Google: "Android und Google Play bieten mehr Auswahl und Offenheit als jede andere große Mobile Plattform. Der Prozess hat deutlich gemacht, dass wir in hartem Wettbewerb mit Apple und seinem App Store sowie den App-Stores auf Android-Geräten und Spielkonsolen stehen."
Welche Auswirkungen das Urteil hat, steht noch nicht fest, weil Richter James Donato über die angemessenen Rechtsmittel entscheiden muss, denn Epic Games hatte Google nicht auf Schadenersatz geklagt, sondern möchte vielmehr die Öffnung der Plattform erwirken. Ob der Richter diesem Wunsch nachkommen wird, bleibt abzuwarten.