Aussteller und Besucher ziehen positive Bilanz
Sowohl Handel als auch Industrie sind mit dem Verlauf der ersten GC - Games Convention zufrieden. Nach einem fast geschlossenen Auftritt aller Spieleanbieter wird nun auch auf eine verstärkte Präsenz der Info-/Edutainment-Anbieter gehofft.
80.000 zufriedene Besucher, von denen 88 Prozent im nächsten Jahr wiederkommen wollen - dass die Verantwortlichen der Leipziger Messe mit der ersten GC - Games Convention zufrieden sind, verwundert nicht. Doch auch auf Ausstellerseite ist die Premiere gut angekommen. Sony Computer Entertainment Deutschland (SCED) spricht von einer Order von 500.000 PlayStation-2- und 200.000 PSone-Konsolen sowie 400.000 Software-Units. Alles in allem bedeutet dies nicht nur wunde Finger für die Vertriebsmitarbeiter, sondern auch ein Ordervolumen von 130 Mio. Euro für den Zeitraum September bis Ende Januar 2003. Laut Manfred Gerdes, Geschäftsführer SCED, habe dies die Erwartungen weit übertroffen. "Sicherlich müssen wir noch ein wenig,Manöverkritik" üben, doch war der Start der GC als Messe ein voller Erfolg", sagt Gerdes. In jeder Hinsicht sei bestätigt worden, dass die Branche diese Messe gebraucht habe. "Und ich bin überzeugt, dass wir im nächsten Jahr ein paar Branchenkollegen sehen werden, die wir diesmal vermisst haben", lautet Gerdes" Prognose.
Feuerprobe mit Bravour bestanden
Doch nicht allein SCED wertete die Messe als vollen Erfolg. Auch auf Verbandsseite war man deutlich zufrieden: "Die in allen Bereichen erfolgreichen vier Tage in Leipzig haben der Branche wichtige Impulse gegeben - in geschäftlicher ebenso wie in gesellschaftlicher Hinsicht", kommentiert Hermann Achilles, GF des VUD.
Verkaufsgespräche im Minutentakt
Die Produkte der Industrie seien als das präsentiert worden, was sie sind, nämlich "ein nicht mehr wegzudenkender Teil der Unterhaltungsindustrie des 21. Jahrhunderts". Von einem Erfolg sprechen auch die Softwareanbieter. "Der Handel ist in einer Vielzahl gekommen, die selbst unsere Außendienstmitarbeiter überrascht hat", berichtet Martin Schneider, Manager CS bei Konami of Europe. Die GC sei auch ein finanzieller Erfolg: "Alle fünf Minuten ein neuer Kunde", so Schneider. Von einer ähnlich hohen Frequenz kann auch Oliver Kaltner, Marketing Director Electronic Arts Central Region berichten: "Wir sind sehr, sehr zufrieden in allen Bereichen, führten Gespräche im Minutentakt", so Kaltner.
Die GC ist seiner Meinung nach ein Konzept von der Industrie für die Industrie, die einzige Messe für die drei Zielgruppen Handel, Presse und Endverbraucher. Einen sehr zufriedenen Eindruck macht auch Wanadoo Edition. "Die Gespräche, die wir zusammen mit unserem Vertriebspartner Flashpoint mit den Handelspartnern geführt haben, waren genauso exzellent wie die Resonanz der Presse auf unser Line-up." Eine ganz ähnliche Erfahrung hat auch Infogrames machen können. "Sowohl von Handels- und Medien- als auch von Endverbraucherseite haben wir ausgezeichnetes Feedback zu unserem Auftritt auf der Games Convention erhalten", sagt Marketing Director Frank Holz.
Positives Feedback der Verbraucher
Infogrames bewerte die GC als gelungenen Start, um eine Messe dieser Art fest in Deutschland zu etablieren. "Die Zeichen für eine erneute Teilnahme seitens Infogrames stehen sehr gut", signalisiert Holz seine Bereitschaft, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Die anwesenden Aussteller aus dem Non-Games-Bereich zogen ebenfalls ein durchweg positives Fazit des Messeverlaufs. "Gerade in Bezug auf unsere Handelspartner war die GC für bhv sehr wichtig; unsere Vertriebsmitarbeiter waren sehr beschäftigt", resümiert Oliver Middelhauve, PR- und Presseleiter bei bhv. Ähnliches weiß auch Dirk Walner, Geschäftsführer von astragon, zu berichten. Der komplette Handel sei vertreten, astragon mit Terminen ausgelastet gewesen. Doch nicht allein der Kontakt zu Handel und Endverbrauchern schlug sich im Messefazit positiv nieder. "Wir haben die Messe genutzt, um mit den großen Publishern Gespräche über Zweitvermarktungen zu führen", berichtet Wilfried Bürgel, Produktmanager bei hemming. Und dies habe sich "sehr gut angelassen".
Dass in Leipzig nicht Handelsorder und Consumermarketing auf der Tagesordnung standen, kann auch Goetz von Poncet, Vertriebsleiter des Topos Verlags, bestätigen: "Viele Entwickler haben uns Produkte, einige Anbieter auch internationale Lizenzen angeboten. Von Poncet kündigte zudem an, dass der Topos Verlag im nächsten Jahr wieder auf der Messe präsent sein will. Er wünsche sich, dass sich dann noch mehr Non-Games-Anbieter nach Leipzig aufmachen würden und so eine eigene Halle gefüllt werden könne. "Wir sind zuversichtlich, dass das gelingt", meint von Poncet optimistisch. Mit der Forderung nach einer stärkeren Präsenz der Non-Games-Anbieter steht er nicht allein. Auch Steffen Hippe, Vertriebsleiter von dtp digital tainment pool, hätte sich einen stärkeren Schwerpunkt auf den Bereich Non-Games gewünscht. "Dann würden wir uns überlegen, auf der Messe künftig auch mit einem Stand vertreten zu sein", sagt Hippe. Ganz ähnlicher Meinung ist auch Michael Gallus, Marketingleiter von HMH - Hamburger Medien Haus: "Ich hoffe, dass die Games Convention im nächsten Jahr noch stärker zu einer Branchenmesse, zu einem Forum wird, in das der Bereich Info-/Edutainment mehr eingebunden ist, etwa durch eine eigene Halle für das Segment Non-Games."
Eigene Halle für Non-Games gewünscht
Sollte sich die Messe in diese Richtung entwickeln, will auch Gallus verstärkt Flagge zeigen, etwa in Form eines eigenen Stands. "Fraglich ist, ob die großen Player aus dem Info-/Edutainment-Bereich zur GC kommen werden, weil sie sich traditionell auf der Buchmesse präsentieren", sorgt sich Gallus. Dennoch sei die Messe ein voller Erfolg gewesen. Und was meint der Handel? Der geht erstaunlicherweise mit allen Anbietern konform. "Ein Riesenkompliment an die Veranstalter und Organisatoren - sie haben es tatsächlich geschafft, in einem wunderbaren und sympathischen Umfeld eine kleine E3 für Europa mit viel Flair und Charme ins Leben zu rufen", sagt Michel Wedler, Produktmanager Software bei Saturn.
Sowohl Zielgruppe als auch Handel hätten die Messe positiv aufgenommen. Vor allem das gelungene Konzept und die Freundlichkeit der Menschen in Leipzig hätten ihn beeindruckt. "Wenn wir uns etwas wünschen dürften, wäre es zusätzlich die Teilnahme von sämtlichen Edutainment-, Anwendungssoftware- sowie Buchlieferanten, die Consumerprodukte herstellen. Somit hätten wir all die für uns relevanten Warenbereiche vor Ort und wären optimal und zeitsparend für die Hauptsaison gerüstet", sagt Wedler.