BIU kündigt Vorschlag für Steuer-basiertes Fördermodell an
Der BIU will im Rahmen des Parlamentarischen Abend im Bundestag in der kommenden Woche ein Modell einer steuerlichen Förderung von Spieleentwicklern in Deutschland vorstellen und mit Politik und Experten diskutieren.
In UK sind die sogenannten "tax brakes" ein voller Erfolg und Kanada haben Steuervergünstigungen für Spieleentwickler in die Spitzengruppe der globalen Gamesproduzenten katapultiert. Höchste Zeit also, dass auch in Deutschland zumindest über ein ernsthaftes Modell diskutiert wird. Das dachte sich wohl auch der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) und hat in den vergangenen Monaten im Dialog zwischen Rechts- und Steuerexperten, erfahrenen Förderern und Vertretern der Spielebranche ein solches Konzept entwickelt. Nun hat der Verband angekündigt, es im Rahmen des Parlamentarischen Spieleabends in der kommenden Woche in Berlin vorzustellen.
Genauer gesagt wird es Steuerrechtsexperte Dr. Philipp Thiele von Osborne Clarke vorstellen. Auf einer Podiumsdiskussion soll es anschließend mit Vertretern von Industrie und Politik diskutiert werden. Unter anderem wird Saskia Esken MdB, stellvertretende digitalpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, vor Ort sein sowie die medienpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, Tabea Rößner MdB, und CDU/CSU, Marco Wanderwitz MdB.
"Viele Meldungen der vergangenen Wochen haben gezeigt: Computer- und Videospiele in Deutschland zu entwickeln, ist aufgrund der hiesigen Rahmenbedingungen eine große Herausforderung. Vor allem bei der Finanzierung sind Entwickler in Deutschland international im Nachteil. Die Folge: Während der Markt rasant wächst, lassen wir in Deutschland viel Potential liegen. Aktuell sinkt unser Marktanteil - und dass trotz der international erfolgreichen Leuchtturm-Unternehmen der deutschen Games-Branche", sagt BIU-Geschäftsführer Dr. Maximilian Schenk. "Mit dem ersten Modell für eine steuerliche Förderung der Games-Entwicklung in Deutschland zeigen wir im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 eine für alle Akteure sinnvolle Möglichkeit auf, den Entwicklungsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken."