Rund 15 Mio. Deutsche haben schon einmal ein "Let's Play"-Video gesehen, 3,5 Mio. selbst Spielerlebnisse aufgenommen und geteilt. Laut dem BIU zeigen Daten wie diese von YouGov, dass das Phänomen "Let's Play" längst Massemedium ist.

"Lets Play"-Videos sind ein Medium für die Masse. Zu diesem Schluss kommt der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), der Daten von YouGov Deutschland zitiert und kommentiert. Demnach haben rund 15 Mio. Deutsche schon einmal ein "Let's Play" angesehen. Das sind etwa 22 Prozent aller deutschen Internet-User. In der Kernzielgruppe der 16- bis 24-jährigen liegt der Anteil sogar bei 63 Prozent. Vielleicht noch erstaunlicher ist eine andere Zahl: 3,5 Mio. Deutsche haben schon einmal selbst Spiele-Erlebnisse aufgenommen und auf Plattformen wie YouTube und Twitch geteilt.

"Dass Let´s Plays zum festen Unterhaltungsformat mit einem Millionenpublikum geworden sind, zeigt nicht nur das deutlich veränderte Mediennutzungsverhalten der jungen Generationen, die den klassischen Formaten zunehmend verloren gehen", sagt BIU-Geschäftsführer Maximilian Schenk. "Es zeigt vor allem auch, was die junge Generation an Games fasziniert: Die fortschreitende Medien-Konvergenz und der Community-Gedanke."

Interessant sind zudem Daten zur direkten Finanzierung. Laut den zitierten YouGov-Daten haben bereits 1,15 Mio. Deutsche Let's Playern per Spende Geld zukommen lassen. 3,6 Mio. können sich vorstellen, dies zu tun. Derzeit finanzeiren sich große Let's Player vor allem durch Werbeerlöse, Affiliates oder durch den Verkauf von eigenen Merchandising-Artikeln.

"Let´s Plays zeigen, wie sehr sich die Rolle des Spielers vom reinen Konsumenten hin zum aktiven Gestalter verändert hat", sagt Schenk. "Rund um den Trend Let´s Plays hat sich eine neue Star-Kultur gebildet, in der Let's Player einen Status erreichen, wie es vor wenigen Jahren nur Pop- oder Filmstars möglich war."

Die YouGov-Daten basieren laut BIU auf einer Mitte Juli durchgeführten Befragung von 2.023 Personen. Dabei wurden die Ergebnisse gewichtet und sind repräsentativ.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.