Bobby Kotick verlässt Activision und Änderungen am Xbox-Führungsteam
Nach 32 Jahren an der Spitze von Activision Blizzard verlässt Robert A. Kotick das Unternehmen kurz vor dem Jahreswechsel. Mit zunehmender Integration von Activision Blizzard in Microsoft wird auch das Xbox-Führungsteam weiter verändert.
Robert A. Kotick, bekannter als Bobby Kotick, wird am 29. Dezember 2023 bei Microsoft Gaming ausscheiden und damit seine Rolle als CEO von Activision Blizzard abgeben. Microsoft hat keinen direkten Nachfolger für Kotick ernannt, stattdessen werden Führungskräfte von Activision Blizzard an Matt Booty, President of Game Content and Studios bei Microsoft, berichten. Dazu gehören Thomas Tippl als Vice Chairman von Activision Blizzard, Mike Ybarra als President von Blizzard Entertainment, Rob Kostich als President of Activision Publishing und Tjodolf Sommestad als President von King. Damit übernimmt Matt Booty, der Ende Oktober 2023 vom Head of Xbox Game Studios zum President of Game Content and Studios ernannt wurde, mehr Verantwortung.
Die Führungsteams von Activision Publishing, Blizzard Entertainment und King bleiben weitgehend bestehen, ohne dass sich an der Struktur der Studios und der Geschäftseinheiten etwas ändert, erläutert Microsoft-Gaming-CEO Phil Spencer in einem internen Memo, das The Verge vorliegt. Personelle Änderungen auf der Führungsebene gibt es dennoch. Lulu Meservey, Executive Vice President for Corporate Affairs and Chief Communications Officer von Activision Blizzard, wird das Unternehmen Ende Januar verlassen. Humam Sakhnini, Vice Chairman bei Blizzard und King, wird Ende Dezember ausscheiden.
Nach der Veränderung der Microsoft-Gaming-Führungsriege vor zwei Monaten (GamesMarkt berichtete) zieht die Integration von Activision Blizzard in Microsoft Gaming auch weitere Änderungen bei ZeniMax und Bethesda nach sich. So wird Jill Braff zur neuen Leiterin dieser Studios, die weiterhin als eigenständige Abteilungen arbeiten werden. Sie wird auch das Microsoft Casual Gamesteam beaufsichtigen. An Jill Braff werden somit Todd Howard, Todd Vaughn, Matt Firor, Paul Jensen und Heather Cooper berichten. Jamie Leder wird CEO von ZeniMax/Bethesda bleiben und an Phil Spencer berichten. Er wird auch die laufende Integration weiter unterstützen.
Bobby Kotick, der Activision bzw. das damals insolvente Unternehmen Mediagenic seit 1991 leitet, schreibt in seiner Abschiedsmitteilung: "Vierzig Jahre später, während mein letzter Tag an der Spitze dieses Unternehmens näher rückt, staune ich, wie weit die talentierten Mitarbeiter:innen unseres Unternehmens gekommen sind, um das enorme Potenzial von Games zu verwirklichen. Sie haben eine hobbymäßige Form der Unterhaltung in das fesselndste Medium der Welt verwandelt. Es war das Privileg meines Lebens, mit ihnen zusammenzuarbeiten, während wir die Anziehungskraft von Games vergrößert haben. (...) Ich kann den Stolz auf die Menschen, die nach wie vor zu unserem Erfolg beitragen, und auf alle, die mir in den 32 Jahren, in denen ich dieses Unternehmen leite, geholfen haben, nicht angemessen zum Ausdruck bringen." Abschließend kommt er auf die Übernahme durch Microsoft zu sprechen. Für ihn ist Activision Blizzard in hervorragenden Händen. Er sieht das Potenzial der Mitarbeitenden sowie der Gamesmarken wertgeschätzt und spricht Phil Spencer kühne Ambitionen zu.