Bund der Steuerzahler erneuert Kritik am DCP
Der Bund der Steuerzahlen hat seine Kritik an den staatlichen Zuschüssen zum Deutschen Computerspielpreis erneuert. Auch die geplante Spielesammlung wird kritisiert. Die Filmbranche kommt hingegen gut weg.
Der Bund der Steuerzahle ist auch 2017 kein Freund der deutschen Spielebranche. Der Verein, der auf die Verschwendung von Steuergeldern aufmerksam macht, hat im Rahmen seiner Aktion Frühjahresputz seine Kritik an den Zuschüssen zum Deutschen Computerspielpreis erneuert. Der DCP, der bereits 2014 in der Kritik stand, ist dabei einer von insgesamt 30 herausgegriffenen Beispielen für Steuergeldverschwendung aus Sicht des Vereins. Neben dem DCP bekommt auch die geplante Computerspielsammlung ihr Fett weg. Die Filmbranche kommt vergleichsweise glimpflich davon. Hier kritisiert der Steuerzahlerbund die Zuschüsse zu TV-Serien, die dann im Pay-TV landen, sprich für die der Steuerzahler quasi doppelt zur Kasse gebeten wird.
Betrachtet man die Kritik im Detail wird vor allem beim DCP deutlich, dass der Bund der Steuerzahler die Situation der deutschen Spielebranche völlig verkennt. In der Erklärung heißt es beispielsweise wörtlich: "Eine Steuerfinanzierung des Computerspielpreises ist unnötig - gleich in welcher Höhe. Der Preis war ursprünglich dazu gedacht, um die junge Game-Industrie in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Doch der Markt boomt seit Jahren, die Branche kann mit ihren Milliarden-Umsätzen den Computerspielpreis problemlos allein finanzieren."
Dass mit der "jungen Games-Industrie" die deutsche Gamesindustrie gemeint war ignoriert der Verein. Auch dass deutsche Produktionen auch wegen Wettbewerbsnachteilen nach wie vor nur einen Bruchteil der Milliarden-Umsätze generieren und dass der Preis in erster Linie ein kulturwirtschaftliches Förderinstrument ist wird vom Steuerzahlenbund nicht berücksichtigt. Anders ist kaum zu erklären, dass der Bund der Steuerzahler zwar den DCP kritisiert, die jüngsten massiven, zum Teil achtstelligen Erhöhungen im Bereich der Filmförderung - ebenfalls eine Milliarden-Industrie - jedoch nicht als Verschwendung brandmarkt.