Computerspiele bald im Unterricht?
Das Marktforschungsinstitut Ipsos MORI hat eine Umfrage an britischen und walisischen Schulen durchgeführt. Gegenstand der Befragung war die Haltung der Schüler gegenüber Computerspielen als Unterrichtsmittel.
Das Marktforschungsinstitut Ipsos MORI hat eine Umfrage an britischen und walisischen Schulen durchgeführt. Die Befragung fand im Rahmen des Forschungsprojektes Teaching With Games statt, das von den drei Softwareriesen Electronic Arts, Microsoft und Take 2 Interactive unterstützt wird. Gegenstand der Umfrage war die Haltung der Schüler gegenüber Computerspielen. Befragt wurden 2.300 Schüler im Alter von elf bis 16 Jahren. Dabei stellte sich heraus, dass 46 Prozent der Elfjährigen täglich am Computer spielen, wohingegen dieser Anteil bei den 15- bis 16-Jährigen bei nur 25 Prozent liegt. Ein großer Teil der jüngeren Schüler, etwa 66 Prozent, wünscht sich, dass Computerspiele auch im Unterricht zur Anwendung kommen. Bei den 15- bis 16-Jährigen liegt dieser Anteil bei nur 49 Prozent. Der Prozentsatz der Schüler, die Computerspiele vom Schulalltag trennen und eher zu Hause spielen wollen, liegt bei 38 Prozent.
90 Prozent der Schüler, die Computerspiele im Unterricht befürworten, erhoffen sich, dass dadurch ihre Fähigkeiten am PC geschult werden. 50 Prozent rechnen mit Verbesserungen im strategischen Denken und bei Problemlösungen. Jedoch schrieben die Schüler Spielen auch negative Eigenschaften zu. So könnten bestimmte Titel z.B. Vorurteile verstärken. "Junge Menschen spielen Computerspiele nicht, weil sie einfach oder geistlos, sondern gerade weil sie schwer zu meistern sind", sagte Mike Rumble von der Qualifications Curriculum Authorithy (QCA), die für die Entwicklung von Lehrplänen zuständig ist.
Das Forschungsprojekt Teaching With Games befasst sich mit der Rolle von interaktiven Computerspielen im Lehralltag. Das Projekt wird von dem Institut Futurelab durchgeführt, ein Projektbericht ist für den Herbst angekündigt.