Das Auge spielt mit
Zumindest bei PC-Games ist echte Schönheit ganz klar käuflich: Aktuelle Grafikkarten von 100 bis 600 Euro.
PC-Spieler sind flexibel. Im Unterschied zu kompakten Spielkonsolen, deren Hardware für eine Lebensdauer von knapp sieben Jahren bis zur nächsten Generation kalkuliert ist, lassen sich Rechner mit Rücksicht auf Preis-Leistungs-Wünsche individuell zusammenstellen. Das Herz eines Spiele-PCs ist seine Grafikkarte, da sie die Qualität der Spielerfahrung stark beeinflusst. Alle zwei bis drei Jahre sollte sie auf das Niveau neuer Games gebracht werden.
Dabei gilt zu beachten: Alte Grafikkarten bringen weniger Leistung, was Verluste in der Bildschirmauflösung, der Bildwiederholrate und der Grafikeffekte zur Folge hat. Schlimmstenfalls laufen neueste Spiele erst gar nicht.
Der Egoshooter "Crysis" legte Ende letzten Jahres die Messlatte für optisch beeindruckende Spielerlebnisse extrem hoch, und wer ihn in all seiner DirectX-10-3D-Grafikpracht genießen will, muss bestens ausgestattet sein. Doch auch mit weniger teuren Karten lässt sich der Referenztitel spielen. Die beiden Grafikkartenhersteller ATi und Nvidia bieten Chips in mehreren Kategorien an.
Günstiges Potenzial
In der preislichen Unterklasse thronen ATis Radeon 1950 Pro (256MB) für die Auslaufschnittstelle AGP und Nvidias GeForce 7900 GS (256MB) für das Nachfolgeinterface PCI. Beide Karten sind noch aus der Zeit von DirectX 9 und für knapp 120 Euro ein ordentlicher Deal für Spieler mit geringen Ansprüchen. Sie nehmen es locker mit der vorherigen Spielegeneration auf: Games wie "F.E.A.R.." oder "Splinter Cell 3" laufen flüssig mit allen Qualitätseinstellungen bei einer Auflösung von 1600x1200 Pixel.
Außerdem zeigen sich die Chips auch aktuellen Games gewachsen. Beide sind in der Lage, EAs "Crysis" darzustellen - jedoch mit herben optischen Einbußen: In den Einstellungen müssen Kantenglättung (Antialiasing) abgestellt und Detailstufen runtergedreht werden.
Gehobene Mittelklasse
Optimal zum Spielen von "Crysis", "Call Of Duty 4" oder "Unreal Tournament 3" sind die leistungsstarken DirectX-10-Karten ATi Radeon HD 3870 oder Nvidia Geforce 8800 GT. Beide Chips schenken sich nichts im Kampf um die schönste Grafik. Während die 8800 GT mehr Bildpunkte darstellt und um wenige Frames (Bilder) pro Sekunde (fps) schneller läuft, liefert die HD 3870 eine etwas bessere Optik von Lichtreflexionen auf Wasser und ist mit knapp 200 Euro mehr als 50 Euro günstiger als die Konkurrenz.
Um ein noch besseres Ergebnis zu erzielen, lassen sich jeweils zwei Chips per SLI- (Nvidia) oder Crossfire-Technik (ATi) gleichzeitig betreiben. Die extrem gesteigerte Rechenleistung reicht bei einem geringeren Preis an die Qualität der absoluten Oberklasse heran und sollte mit einem angemessenen Prozessor ausbalanciert werden.
Unangefochten spitze
High-End-Grafikkarten liegen preislich zwischen 400 und 600 Euro und sind für Profispieler, Programmierer und all diejenigen, denen das Beste gerade recht ist. Neue Modelle wie Nvidia Geforce 8800 GT Ultra oder ATi Radeon HD 3870 ruckeln selbst in den höchsten Auflösungen nicht und stellen dabei maximale Effekte bei mehr als 30 Frames pro Sekunde dar. Und selbst hier setzen Virtuosen schon auf die Zusammenschaltung zweier Grafikchips (SLI bzw. Crossfire).
Aber Achtung! Wer glaubt, mit solchen High-End-Karten seinen PC noch flüsterleise zu bekommen, irrt: Topleistung benötigt auch Topkühlung. Da stimmen GraKa-Kühler, Netzteilventilator und Gehäusegebläse zusammen gern ein Brummkonzert an, das bei schlichter Alltagsarbeit am PC meist als sehr störend empfunden wird. Der akustische Preis für Top-Optik und maximale Performance. Irgendwas ist eben immer...