Die Schlacht im Pazifik
Mit "Battlestations: Midway" soll ab September ein interessanter Genre-Mix den Markt bereichern. Wir haben die Controller vorab schon mal rauchen lassen.
In "Battlestations: Midway" für PC, PlayStation 2 und Xbox greift der Spieler als US-Soldat im Zweiten Weltkrieg in den Kampf gegen die Japaner ein. In der elf Missionen umfassenden Einspielerkampagne zieht er wahlweise als Pilot oder Bordschütze in den Luftkampf und befehligt diverse Schlachtschiffe, Flugzeugträger oder U-Boote. Auf Knopfdruck kann jederzeit zwischen den einzelnen Einheiten umgeschaltet und die berühmte Schlacht um Midway aus der Ich- oder Außenperspektive nachgespielt werden.
Insgesamt stehen dem Spieler mehr als 60 verschiedene Einheiten zur Wahl - jede mit gewissen Vor- und Nachteilen. "Battlestations: Midway" ist einerseits ein Actionspiel, das an die "Ace Combat"-Reihe für PlayStation 2 erinnert, andererseits ist es ein taktisches Multiplayerspektakel im Stil des PC-Titels "Battlefield 1942".
Der lange Weg zum Helden
Hauptfigur ist der zu Beginn noch völlig unerfahrene US-Kommandant Harry Walker. Dessen persönlicher Aufstieg zum Kriegshelden wird - ebenso wie wichtige Ereignisse - in aufwendigen Rendersequenzen weitergesponnen. Man spielt aber nicht nur auf Seiten der Amerikaner, sondern erlebt in kleineren Zwischenmissionen auch das Schicksal der Japaner mit.
In der Vorabversion, die uns beim Vor-Ort-Besuch in Budapest präsentiert wurde, waren bereits zwei der elf Missionen verfügbar. Im ersten Auftrag unternimmt der Spieler einen Bombenangriff mit einem US-Kampfflieger. Zusammen mit den CPU-gesteuerten Kollegen eines Kampfgeschwaders kreist er über dem tosenden Pazifik und erfreut sich an der tollen Grafik und guten Weitsicht.
Fliegen für Anfänger
Für das noch gemächliche Spieltempo der Demoversion entschädigte die Tatsache, dass sich die Flieger recht unkompliziert steuern ließen; selbst spektakuläre Flugmanöver waren nach kurzer Eingewöhnungszeit kein Problem. Wer will, lässt die gut funktionierende Künstliche Intelligenz die Kontrolle über alle Einheiten übernehmen. Der Spieler konzentriert sich dann darauf, den Fliegern und Kampfschiffen auf einer taktischen Übersichtskarte Befehle zu geben.
So weist er etwa seine Kollegen an, bestimmte Positionen zu schützen, Schiffe zu eskortieren, Ziele anzugreifen oder neue Flieger vom Flugzeugträger aus zu starten. Wird einem das zu langweilig, kehrt man wieder ins Cockpit zurück und ballert eifrig mit.
Kapitäne haben's schwer
Nach der Flugmission wartet im zweiten spielbaren Auftrag eine Fahrt im Kampfschiff auf den Spieler. Dass sich die Schiffe wesentlich behäbiger manövrieren lassen als die wendigen Flugzeuge, sorgt für eine zusätzliche taktische Herausforderung. Im fertigen Spiel wird der Spieler sogar im U-Boot Platz nehmen, in die Tiefen des Pazifiks abtauchen und Torpedos auf feindliche Kriegsschiffe abfeuern können.
Die Steuerung der einzelnen Einheiten erwies sich beim Probespiel als logisch, aber auch etwas gewöhnungsbedürftig, da die Buttons des PS2- beziehungsweise Xbox-Controllers mit etlichen Funktionen belegt sind.
Viel versprechender Multiplayermodus
Neben den Soloeinsätzen wird "Battlestations: Midway" auf allen Systemen einen Multiplayermodus enthalten, in dem sich voraussichtlich bis zu 16 Spieler online bekriegen können. Der Mehrspielerpart der PC-Fassung, der auch über ein Netzwerk ausgetragen werden kann, soll identisch mit den Konsolenversionen sein. Erster Eindruck: Die Partien gegen menschliche Mitstreiter laufen wesentlich flotter als die Einspielereinsätze ab, die Taktik tritt zu Gunsten der Action etwas in den Hintergrund.
So oder so: Mit "Battlestations: Midway" arbeiten die Entwickler von Mithis Entertainment an einem interessanten Genremix, bei dem spielerisch allerhand geboten wird und sowohl Actionfans als auch Strategen auf ihre Kosten kommen. Wie gut das im September dieses Jahres erscheinende Spiel wird, darüber entscheiden vor allem das Missionsdesign und die erzählte Geschichte.
Nachgefragt bei Zsolt Nyulaszi, Creative Director Mithis Entertainment
» Was waren Ihre größten Einflüsse für die Entwicklung von "Battlestations: Midway?"
Der Film "Pearl Harbor" und dessen tolle Actionszenen. Außerdem ein Buch namens "Incredible Victory", das von der Schlacht von Midway 1942 handelt. Überhaupt haben uns die taktischen Aspekte dieser Schlacht sehr fasziniert.
» Was macht "Battlestations: Midway" so besonders?
Es ist einerseits ein typisches Konsolen-Actionspiel mit recht unkomplizierter Steuerung. Andererseits bietet es dank der verschiedenen spielbaren Einheiten, der taktischen Möglichkeiten und der spannenden Hintergrundstory weit mehr als nur hirnlose Ballerei.
» Wie intelligent verhalten sich die Kameraden des Spielers?
Sie sind schlau, aber nicht zu schlau. Will man beispielsweise eine Offensive gegen japanische Bodenstellungen durchführen, ist es stets besser, den Bomber selbst zu steuern und die Attacke eigenhändig durchzuführen. Dennoch kann man sich stets auf die Künstliche Intelligenz verlassen.
» Was darf man für den Onlinemodus erwarten?
Er spielt sich direkter als die Einspielerkampagne und setzt weniger auf Taktik. Action und spannende Gefechte stehen hier im Vordergrund. Ich bin sicher, dass er den Spielern gefallen wird.