Digi-Capital: 2016 war ein M&A-Rekordjahr bei Games
Die Beratungsgesellschaft Digi-Capital hat für 2016 ein Volumen bei Invesitionen, Fusionsen und Firmenkäufen im Gamesbusiness von über 30 Mrd. Dollar errechnet. Realisiert wurde es vor allem im Mobile-Segment, auch weil die Top 3-Deals mehr als 50 Prozent des Volumens ausmachen.
Es zeichnete sich schon bei den Quartalsauswertungen ab: 2016 war im Hinblick auf Finanztransaktionen ein gutes Jahr für die Gamesbranche. Das US-amerikanische Beratungsunternehmen Digi-Capital hat nun seinen "Games Report 2017" veröffentlicht. Darin errechnet Digi-Capital für 2016 im Spielemarkt ein M&A-Volumen (Merger & Acquisition) von 28,4 Mrd. Dollar sowie Investitionen beispielsweise von VC-Gebern von 1,9 Mrd. Dollar. Auch wenn der Spielemarkt 2016 nicht durch spektakuläre Börsengänge auffiel ergibt sich auch so ein Rekordvolumen von 30,3 Mrd. Dollar.
Den größten Beitrag leistete dabei das Mobile-Segment: Allein die Firmenübernahmen und Fusionen im Mobile-Games-Geschäft hätten 2016 ein Volumen von über 24 Mrd. Dollar erreicht. Erklären lässt sich dies - wie auch das insgesamt hohe Niveau - durch die drei größten Deals des Jahres. Sie bringen es zusammen auf ein Volumen von fast 19 Mrd. Dollar. Und alle drei sind dem Mobile-Business zuzuordnen.
Die größte Transaktion des Jahres war laut Digi-Capital der Kauf von Supercell durch Tencent. Er hatte ein Volumen von 8,6 Mrd. Dollar. Dahinter liegt die Übernahme von King durch Activision Blizzard mit 5,9 Mrd. Dollar Volumen. Der Deal war zwar bereits 2015 angekündigt, wurde letztlich aber erst 2016 vollzogen. Digi-Capital rechnet ihn deshalb dem Jahr 2016 zu. An dritter Stelle steht die Übernahme von Playtika durch ein Konsortium um den chineischen Abieter Giant. Dieser Kauf hatte ein Volumen von 4,4 Mrd. Dollar.
Allerdings scheiden sich bei diesem drittgrößten Deal des Jahres auch die Geister. Playtika ist Anbieter von Online-Casino-Games und war bis zum Verkauf Teil der Firmengruppe der Ceasars Entertainment Corporation, Betreiberin unter anderem des weltbekannten Casinos in Las Vegas. Nach dem Selbstverständnis der klassischen Gamesbranche, die nicht mit dem Glücksspiel in Verbindung gebracht werden wollen, ist Playtika entsprechend kein Gamesanbieter. Digi-Capital teilt diese Meinung jedoch nicht.