Ein Jahr nach Start der PlayStation 2 stehen die Zeichen auf erneutem Erfolg. Sowohl Hardware- als auch Softwareverkäufe stimmen zuversichtlich. Und auch von der Positionierung her sieht sich sich SCED im Vorteil.

Mitternacht vom 23. auf den 24. November ist es so weit. Dann wird es genau ein Jahr her sein, dass die erste PlayStation 2 über eine deutsche Ladentheke ging. "Im Prinzip ist alles so gelaufen, wie wir es geplant hatten, wenn wir einmal die Eckpunkte berücksichtigen, die nicht zu verändern sind", lautet das Fazit von Manfred Gerdes, Geschäftsführer von Sony Computer Entertainment Deutschland (SCED).

Einführungsstrategie: unbequem, aber richtig

Dennoch, so selbstverständlich war die Eroberung Europas für die PS2 nicht, zumindest nicht für außenstehende Beobachter: Im Vorfeld wurden durchaus zweifelnde Stimmen laut. Vor allem das hohe Preisgefüge von 869 Mark stand im Mittelpunkt der Kritik. Auf nur wenig Gegenliebe stieß auch, dass SCED deutlich eine selektive Auswahl traf, um so die Händler zu bestimmen, die von Beginn an am PS2-Umsatzkuchen beteiligt waren. "Der Handel sollte sich mehr auf unsere Strategien verlassen, auch wenn diese auf den ersten Blick nicht immer angenehm und einleuchtend sind", denkt Gerdes an die vergangenen zwölf Monate zurück. Heute, ein Jahr nach dem Launch, bestätige schließlich fast jeder Handelskanal, dass die Einführungsstrategie von SCED zwar unbequem, aber auch richtig gewesen sei und das Unternehmen es tatsächlich geschafft habe, die Ware in den richtigen Outlets zu platzieren.

Untermauern lässt sich dies durch Fakten. Während von Dreamcast, dem bislang einzigen in Europa verfügbaren Mitbewerber im Next-Generation-Markt, nur rund 200.000 Units in zwei Jahren abgesetzt wurden und die Konsole quasi vor dem Aus steht, erzielte PS2 laut Gerdes einen Durchverkauf von über 500.000 in nur einem Jahr. "Im Vergleich zu den ersten zwölf Monaten der PlayStation 1 liegen wir bei einem Faktor von über drei", ergänzt Gerdes den Vergleich. Doch nicht nur die reinen Konsolenverkäufe sprächen für sich. Auch der Absatz von Software und Zubehör passe nahtlos in die PS2-Erfolgsgeschichte. Pro verkaufter PS2 wurden laut Gerdes 3,5 Software- und 2,2 Zubehörprodukte von Sony abgesetzt.

Über 500.000 Units durchverkauft

Das erste Jahr in der Zeitrechnung PlayStation 2 stimme für die Zukunft zuversichtlich. Zumal seit der Senkung des Hardwarepreises nicht nur das Absatzpotenzial, sondern auch die tatsächlichen Durchverkäufe nach oben geschnellt sein dürften. Sowohl Handel als auch Third-Party-Publisher bewerteten diesen strategischen Schachzug Ende September durch die Bank positiv. Last but not least fördert auch die bei Konsolen übliche, stetig steigende Softwarequalität den Zukunftsoptimismus. "Wir wollen einfach beweisen, dass der Konsolenmarkt nicht von technischen Leistunsgmerkmalen abhängig ist", fasst Gerdes die für ihn noch kommendenHerausforderungen zusammen. "Denn dann hätten wir erst gar nicht antreten dürfen, da Sega mit dem Saturn das technisch bessere Produkt hatte."Und auch N64 und Dreamcast konnten den Erfolg der "Original"-PlayStation nicht stoppen. Gerdes führt dies nicht nur auf die Dachmarke zurück, die beim Konsumenten eine hohe Akzeptanz habe. Sony führe in der Unterhaltungselektronik viele Märkte an und erobere täglich neue. Und somit sei das Unternehmen auf sehr vielfältige Weise mit dem Konsumenten verbunden.

"Von der Positionierung her klar im Vorteil"

"Wenn wir dann noch eins draufsetzen wollen, dann ist es unsere Marke PlayStation, die wir über die letzten sechs Jahre in Deutschland und Europa zu einem festen Bestandteil, aber auch zu einem Begriff im Videogeschäft gemacht haben", sagt Gerdes. Trotz allem Optimismus, unterschätzen will er die Mitbewerber, die Anfang 2002 auch in Deutschland auf SCED zukommen, nicht. Allerdings sieht Gerdes die PS2 auch hinsichtlich ihrer Positionierung klar im Vorteil, da sich der Konsument bei der Xbox für ein Komplettpaket entscheiden müsse, egal ob er es wolle oder nicht. "Wir respektieren die freie Entscheidung des Konsumenten in hohem Maße. Damit hatten wir bei unserer Softwarestrategie Erfolg, also dürfte es jetzt auch mit den Themen Modem und Festplatte so sein, da der Konsument Optionen hat, die er nicht sofort kaufen muss", erläutert Gerdes.

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