Electronic Arts holt sich Plattenlabel an Bord
Electronic Arts hat mit EA Trax ein Vermarktungsprogramm für den Soundtrack seiner PC- und Konsolenspiele ins Leben gerufen. Plattenlabel sollen künftig nicht nur die Musik für EA-Spiele liefern, sondern diese auch als Promotionplattform für neue Alben und Künstler nutzen können.
In letzter Zeit stand für die Unterhaltungssoftwareindustrie vor allem die Zusammenarbeit mit der Film- und TV-Branche im Vordergrund. Die Öffentlichkeit wurde diesbezüglich vor allem durch die inflationäre Bekanntgabe von wechselseitigen Lizenzabkommen beeindruckt, darunter die kommenden Leinwanddebüts von"Return to Castle Wolfenstein", "Alien vs. Predator" und "Crazy Taxi". Electronic Arts hat jetzt allerdings die Musikbranche ins Visier genommen.
Neue Strategie für Spielesoundtracks
Mit "EA Trax" hat der US-Major ein Vermarktungsprogramm für den Soundtrack seiner Spieletitel ins Leben gerufen. Als Partner stehen bereits Plattenlabel wie Electra, Capitol, Atlantic, Interscope, Dreamworks, MCA, Lava und Island/Def Jam fest. Diese sollen künftig nicht nur den Soundtrack für EA-Spiele liefern, sondern die einzelnen Spieletitel auch als Promotionplattform für neue Künstler oder als multimediale Singleauskopplung für bevorstehende Albenreleases nutzen. So wird in den USA ab dieser Woche Bon Jovis neueste Single "Everyday" im EA Sports-Titel "Madden NFL 2003" seine Premiere feiern.
Auch Songs von Künstlern wie Andrew WK, Nappy Roots feat. Marcos from P.O.D. oder Good Charlotte werden in der neuesten "Madden"-Version zu hören sein. Die meisten Alben sind im Handel noch nicht erhältlich, sollen aber durch diese Form der Vorvermarktung alsbald bei PC- und Konsolenspielern reißenden Absatz erfahren. "Da unsere Zielgruppen in vielen Fällen identisch sind, ist diese Partnerschaft ein sehr gutes Transportmittel für unsere Musik", sagte Kevin Liles, Präsident von Def Jam Records. "Mit EA Trax tragen wir der Tatsache Rechnung, dass Spielen nicht nur eine visuelle, sondern eine audiovisuelle Erfahrung ist", begründete Steve Schnur, Worldwide Executive Of Music von EA, den ungewöhnlichen Schritt seines Konzerns. "Musiklabel sehen Games mittlerweile als einen wichtigen Kanal für Promotion und Distribution. Unsere Spiele werden somit ein wichtiges Tool für Musikproduzenten, um neue Künstler oder neue Alben erstmals der Öffentlichkeit vorzustellen."
Einen weiteren Pluspunkt für EA und die Partnerfirmen sieht Schnur in den unendlichen Weiten des Crossmarketing. "Wir können Spiele und Musik zu den unterschiedlichsten Anlässen promoten, etwa zur Erstveröffentlichung von Games oder Musikalben. Für Kooperationen im Bereich Werbung, Events und PoS-Aktionen stehen nun alle Türen offen", sagte Schnur. Nachgedacht werde auch über Compilationdiscs, die bekannte Soundtracks mehrerer Spiele enthalten könnten.