EU genehmigt Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft unter Auflagen
Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft nach der EU-Fusionskontrollverordnung geprüft und genehmigt. Die Genehmigung unterliegt der Auflage, dass Microsoft seine Verpflichtungszusagen einhält, um von der Kommission geäußerte Wettbewerbsbedenken im Cloud-Gaming-Bereich auszuräumen.
Im Gegensatz zur Wettbewerbsbehörde des Vereinigten Königreichs (Competition and Markets Authority, kurz CMA) hat die Europäische Kommission die geplante Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft nach der EU-Fusionskontrollverordnung geprüft und genehmigt. Allerdings unter der Voraussetzung, dass Microsoft seine Verpflichtungszusagen einhält, hiermit sind unter anderem die Zehn-Jahres-Deals mit Nintendo, Nvidia, Ubitus und Co. gemeint, welche die Verfügbarkeit von Activision-Blizzard-Games auf anderen Cloud-Gaming-Plattformen zusichern. Erst diese Zusagen von Microsoft haben die Kommission von den geäußerten wettbewerbsrechtlichen Bedenken in vollem Umfang ausgeräumt. "Sie gewährleisten im Vergleich zur derzeitigen Situation eine erhebliche Verbesserung für den Bereich des Streamens von Spielen über die Cloud", heißt es in dem Dokument.
"Videospiele werden weltweit von Milliarden von Verbrauchern genutzt. In einer so schnell wachsenden und dynamischen Branche müssen Wettbewerb und Innovation unbedingt geschützt werden. In diesem Zusammenhang leistet unser Beschluss einen wichtigen Beitrag und sorgt dafür, dass die populären Spiele von Activision künftig über 'Cloud Gaming' auf wesentlich mehr Geräten und von wesentlich mehr Verbrauchern gespielt werden können. Durch die Verpflichtungszusagen von Microsoft können solche Spiele erstmals über jeden beliebigen Cloud-Gaming-Dienst genutzt werden. Das stärkt den Wettbewerb und birgt erhebliches Wachstumspotenzial", sagt Margrethe Vestager, Exekutiv-Vizepräsidentin, zuständig für Wettbewerbspolitik.
Bezogen auf die Verpflichtungszusagen, welche die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission ausgeräumt haben, heißt es in dem Dokument: "Um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auf dem Markt für den Vertrieb von PC- und Konsolenspielen über Cloud-Gaming-Dienste auszuräumen, bot Microsoft die folgenden umfassenden Lizenzierungszusagen mit einer Laufzeit von zehn Jahren an: Erteilung einer kostenlosen Lizenz für Verbraucher im EWR [Europäischer Wirtschaftsraum], die es ihnen erlaubt, alle aktuellen und künftigen PC- und Konsolenspiele von Activision Blizzard, für die sie eine Spielelizenz besitzen, über einen Cloud-Gaming-Dienst ihrer Wahl zu spielen; Erteilung einer entsprechenden kostenlosen Lizenz für Anbieter von Cloud-Gaming-Diensten, damit Spielenutzer im EWR alle PC- und Konsolenspiele von Activision Blizzard spielen können."
Die Entscheidung der CMA wollen Activision Blizzard und Microsoft anfechten. In den USA steht die Entscheidung der Wettbewerbsbehörden noch aus. In Japan, Brasilien und Saudi-Arabien ist die Übernahme freigegeben worden.