Die European Games Developer Federation hat aus aggregierten Daten von 22 Landesverbänden einen Gamesreport für das Covid-Jahr 2021 erstellt. In Deutschland fällt auf: Die Bundesförderung führte zu deutlich mehr Studiogründungen als anderswo. Auch die Pro-Kopf-Wertschöpfung im Land liegt massiv über dem Schnitt.

Die European Games Developer Federation (EGDF) hat heute ihren 2021 Video Games Data Industry Report veröffentlicht. Der Report trägt die Daten aus 22 Ländern in der EU zusammen, die diese über ihre Branchenverbände 2022 für das Vorjahr zusammen, und ermöglicht so Vergleiche über die teilnehmenden Länder. Besonders interessant ist an dem Report für 2021 zum einen, dass er die erste europäische Datenaggregation seit Beginn der Covid-Pandemie darstellt, und zum anderen die darin sichtbare deutlich veränderte Marktposition Deutschlands innerhalb der anderen teilnehmenden europäischen Länder.

2020 waren in Europa 78.000 Menschen in der Gamesindustrie angestellt. In 2021 ist diese Zahl stark gewachsen: Insgesamt 85.000 Menschen verzeichnet die EGDF hier. Auf Deutschland entfallen davon 2021 10.906 (nach vom game-Verband aggregierten Daten), 2020 waren es 10.071. Während 2020 nur Frankreich mit 15.000 Gamesworkern mehr Leute in der Industrie anstellte als Deutschland, hat 2021 Polen den zweiten Platz erobert: Dort wuchs die Angestelltenzahl um etwa 2.500 Stellen auf 12.110 Gamesworker, während Frankreich mit 18.000 weiterhin die Liste dominiert. Mit 25 Prozent Frauenanteil liegt Deutschland 2021 außerdem über dem EU-Schnitt von 23,7 Prozent, der jedoch in sich bereits einen deutlichen Fortschritt zum 2020er-Schnitt von 22 Prozent zeigt.

Wachstum kann auch der Umsatz in der europäischen Gamesbranche verzeichnen. Insgesamt 18,3 Milliarden Euro verzeichnet der Report, ein sattes Plus im Vergleich zu 16,6 Milliarden Euro 2020. Auch Deutschlands Gamesumsatz steig von 2020 zu 2021 von 3,6 Milliarden auf 3,74 Milliarden, womit es den zweiten Platz hinter Frankreich, das 2021 3,86 Milliarden Umsatz erwirtschaftete, behauptet.

Die Wertschöpfung pro Arbeitskraft in der Gamesindustrie sank damit von 357.462 Euro in 2020 auf 342.930 Euro in Deutschland. Im Europaschnitt waren es 2020 212.820 Euro Wertschöpfung pro Kopf, 2021 hingegen 215.294 Euro, also ein leichtes Plus. Trotz leichtem Pro-Kopf-Negativwachstum liegt die deutsche Spieleindustrie also deutlich über dem Europaschnitt.

Massives Wachstum stellt die Vergleichsstudio bei der Anzahl gemeldeter Studios in Deutschland fest. 2020 waren das 591 Studios. 2021 dann sind es bereits 717. In beiden Jahren liegen nur Schweden, Frankreich und UK mit mehr Studios vor Deutschland. Ähnliches prozentuales Wachstum im Zeitraum zeigt nur Belgien, das von 67 auf 85 Studios wuchs. Die EGDF führt die stark erhöhten Studioneugründungen auf die Effektivität der deutschen Bundesförderung zurück.

Zuletzt erfasst der Report auch die Anzahl von Bildungseinrichtungen mit Games-Bezug. 2020 zeigte die Sammlung insgesamt 117 Bildungseinrichtungen in Deutschland. 2021 fand die EGDF, die seit diesem Jahr nach formellen und informellen Bildungswegen trennt, 54 formelle und 53 informelle Bildungseinrichtungen, also eine um 10 gesunkene Anzahl von 107 Einrichtungen.

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Written by

Pascal Wagner
Pascal Wagner is Chief of Relations of GamesMarket and Senior Editor specialised in indie studios, politics, funding and academic coverage.
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