Mit der F8-Konferenz hat Facebook den Verkauf der kabellosen VR-Brille Oculus Go gestartet. Über 1000 Apps sind verfügbar, darunter 100 neue oder aktualisierte Anwendungen. Der Preis ist zudem eine Kampfansage, mit der Facebook Oculus Go als Entertainment-Hub positionieren will.

Zuletzt war es etwas ruhiger um Oculus. Es sah so aus, als würde Facebooks VR-Brille ins Hintertreffen geraten. 2017 stellte Google mit zwei Hardwarepartnern die ersten kabellosen VR-Brillen vor. Facebook begnügte sich im Oktober lediglich mit der  der Oculus Go. Diese ist ab sofort verfügbar, wie Facebook nun auf seiner Entwicklerkonferenz F8 bekannt gab. Facebook liefert die VR-Brille in insgesamt 23 Länder aus, darunter natürlich auch Deutschland. Doch damit nicht genug: Facebook präsentiert seine Oculus Go zu einem Massenmarkt-tauglichen Kampfpreis: In der geringsten Ausstattungsvariante kostet die Brill 199 Dollar, in Deutschland 219 Euro.

Doch auch die mit 64-GB-Kapazität größere Variante schlägt mit 269 Euro deutlich weniger zu Buche, als beispielsweise das Lenovo Explorer Headset, eine der Google Standalone VR-Brillen. Das kostet aktuell 449 Euro.

Facebook setzt neue Maßstäbe aber auch was die Software-Unterstützung betrifft. Da theoretisch der gesamte Oculus-Backkatalog nutzbar ist hat die Oculus Go zum Start ein Sortiment von über 1000 Spielen und VR-Apps. Zählt man lediglich die neuen und die für Oculus Go per Update angepassten Apps, kommt man immerhin noch auf über 100 Apps; Tendenz stark steigend.

Ebenfalls immer deutlicher wird, dass es Facebook mit seinen VR-Plänen weniger nur um Games, sondern um die nächste Form des Computings geht. Parallel zum Release startete auch ein Update von Oculus Rooms, das noch mehr mehr zur virtuellen Begegnungsstätte von Menschen wird. Noch in diesem Monat sollen Nutzer in Oculus Rooms unter anderem Brettspiele wie Monopoly und Trivial Pursuit spielen können.

Am 30. Mai startet zudem Oculus Venues, über das User virtuell Zugriff auf Konzerte, Sportevents und andere Unterhaltungsformate haben. Für die USA dürfte vor allem die Übertragung von Major-League-Baseball-Games interessant sein. Aber es sind auch Filmvorführungen von Lionsgate geplant. Und dank einer Partnerschaft mit NextVR dürfen sich europäische Nutzer auch auf Fußballspiele freuen.

Last not least hat Facebook mit Oculus TV und Oculus Gallery zwei weitere Features angekündigt, die die VR-Brille zum Entertainment Hub machen: Oculus TV startet im Mai mit Partnern wie Pluto TV, Red Bull TV sowie der Facebook Video App für TV. Im Lauf des Jahres sollen weitere Partner, darunter ESPN, hinzukommen. Mit Oculus Gallery lassen sich eigene Fotos als Panorama und 360 Grad Bild betrachten und Videos in einem virtuellen Heimkino anschauen.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.