Falk: "Erste große Positionierung nach dem Zusammenschluss"
Der game hat im Rahmen der gamesweek sein Konzept eines Deutschen Games-Fonds vorgestellt. Das Projekt ist in vielerlei Hinsicht besonders für game-Chef Felix Falk, wie er im Interview verrät: Es soll zeigen was die Branche erreichen kann, wenn sie geschlossen steht.
GamesMarkt: Bereits vor der Bundestagswahl hatte die deutsche Gamesbranche verschiedene Fördermodelle als Vorschläge für die Politik ausgearbeitet. Nun hat der game mit dem "" einen konkreten Vorschlag vorgelegt. Wie ist der Vorschlag für den "Deutschen Games Fonds" entstanden?
Felix Falk: Der jetzt vorgestellte Deutsche Games-Fonds ist ein ganz wichtiger Schritt! Das Modell ist unsere erste große Positionierung nach dem Zusammenschluss zum gemeinsamen Verband. Wir haben das Konzept sehr schnell, gemeinschaftlich und konsensual mit unseren Mitgliedern in der AG-Förderung sowie mit EU-Beihilfe- und Förderrechtsexperten entwickelt. Im Regierungsprogramm der Großen Koalition ist explizit von einem Games-Fonds die Rede und wir zeigen nun wie man so einen Fonds am besten umsetzen kann, damit er seine Ziele auch erreicht. Damit zeigen wir ganz klar: Die Games-Branche steht stark und geschlossen hinter der Forderung nach einer Entwicklungsförderung und wir haben keine Zeit zu verlieren! Wir brauchen die Games-Förderung in Deutschland dringend, damit wir als Entwicklungsstandort international endlich konkurrenzfähig werden können.
Wie unterstützt der Deutschen Games Fonds ganz konkret kleine, mittlere und große deutsche Unternehmen der Games-Branche?
Der Deutsche Games Fonds richtet sich explizit an alle Games-Entwickler unabhängig ihrer Größe. Mit ihm wird die Entwicklung von Prototypen ebenso unterstützt wie die anschließende Produktion. Dabei haben wir sehr bewusst die Höhe des Zuschusses mit den Entwicklungskosten verknüpft: Betragen die Entwicklungskosten bis zu zwei Millionen Euro, beträgt die Förderquote nach unserem Modell 50 Prozent. Danach sinkt die Förderquote für größere Projekte linear auf 25 Prozent. Das macht den Deutschen Games-Fonds insbesondere auch für kleinere Entwickler sehr attraktiv. Gleichzeitig profitieren auch große AAA-Entwicklungen von diesem Modell, bei dem wir auch auf die internationale Vergleichbarkeit geachtet haben.
Der Fonds ist der zentrale aber nicht der einzige Baustein in unserer Förder-Strategie: Sowohl die regionale Förderung auf Landesebene wie auch der Deutsche Computerspielpreis bleiben weiterhin ebenso wichtig für die Stärkung des Games-Standortes wie auch die ideelle Förderung, also die Gründerförderung, der Ausbau von Netzwerken, Exportförderung wie Geschäftsanbahnungsreisen und vieles mehr.
Welche zentralen Fördereffekte versprechen Sie sich für die deutsche Games-Branche von einem "Deutschen Games Fonds"?
Mit dem Deutschen Games-Fonds verfolgen wir vor allem ein Ziel: Wir wollen die Wettbewerbsnachteile endlich beseitigen, denen Spiele-Entwickler in Deutschland ausgesetzt sind. Durch die Games-Förderung in anderen Ländern wie Frankreich, Großbritannien und Kanada, ist die Entwicklung eines Titels in Deutschland um bis zu 30 Prozent teurer! Diese krasse Marktverzerrung muss beendet werden. Der Deutsche Games-Fonds setzt direkt an einem Grundproblem für deutsche Spiele-Entwickler an: die Finanzierung. Wenn wir es in diesem Bereich schaffen, endlich konkurrenzfähige Rahmenbedingungen anzubieten, sehe ich gute Chancen, den gesamten Game-Standort in den kommenden Jahren zu stärken, also kleine Indie-Entwickler bis hin zur Ansiedlung großer Produktionen mit mehreren Hundert Mitarbeitern. Jetzt liegt der Ball im Feld der Politik!
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