Zahl deutscher Gamesfirmen wächst um 15 Prozent
Kurz vor der gamescom hat der game neue Daten zur deutschen Spielebranche veröffentlicht. Die umfasst inzwischen über 900 Unternehmen, die fast 12.000 Mitarbeiter:innen beschäftigen.
Die deutsche Gamesbranche wächst. Das ist das Kernergebnis neuer Daten, die der Branchenverband game jetzt veröffentlichte. Erhoben werden die Daten auf Basis der Gamesmap und in Zusammenarbeit mit Goldmedia.
Die Zahl der Firmen in den Kernbereichen Games-Development und -Publishing stieg im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf jetzt 908 Unternehmen. 47 davon sind ausschließlich im Publishing aktiv, 411 publishen und entwickeln Games. Beide Daten haben sich leicht nach oben entwickelt. Einen regelrechten Boom gab es jedoch bei den Unternehmen, die nur Games entwickeln. Die Zahl dieser Studios stieg binnen eines Jahres von 358 auf 450 Firmen. Und noch eine Entwicklung ist bezeichnend. Seit 2020 stieg die Zahl der Unternehmen im Kernbereich um 46 Prozent.
"Die Gamesförderung des Bundes zeigt Wirkung. Jetzt liegt es an der Ampelkoalition, ob die Aufholjagd zu den besten internationalen Games-Standorten weitergehen kann", kommentiert Felix Falk, Geschäftsführer des game. Zugleich mahnt er: "Aktuell ist die Förderung nicht verlässlich, ein großer Nachteil im internationalen Vergleich, was dem weiteren Erfolg des Games-Standorts Deutschland im Wege steht."
Ebenfalls positiv, wenn auch nicht ganz so dynamisch entwickelten sich die Beschäftigtenzahlen in der Branche. Laut den neuen Daten wuchs die Zahl der Mitarbeiter:innen bei den 908 Unternehmen aus dem Kernbereich der Branche binnen eines Jahres um sieben Prozent auf jetzt 11.992 Personen. Seit 2020, also noch 10.071 Mitarbeitende bei deutschen Studios und Publishern gezählt wurden, hat die Beschäftigtenzahl also um 19 Prozent zugelegt.

Bezieht man Beschäftigte in angrenzenden Bereichen mit ein, die zwar nicht dem Kerngeschäft der Gamespriduktion und Vermarktung angehören, sich aber im Wesentlichen mit Games auseinandersetzen wie die Verkäufer:innen in den entsprechenden Abteilungen von MediaMarkt & Co., Games-Journalist:innen oder Mitarbeiter:innen bei Agenturen, Kanzleien und anderen Dienstleistern, dann beschäftigt die Branche nach Angaben des Verbandes deutlich mehr als 30.000 Menschen. Einen genauen Wert nannte der game nicht. Im vergangenen Jahr waren 28.650 Menschen im Kern- und im erweiterten Markt der deutschen Gamesbranche beschäftigt.
Wie auch schon im Vorjahr hat Falk im Namen der Branche auch konkrete Forderungen an die Politik, damit die Entwicklung gefestigt wird: "Bundesregierung und Bundestag müssen jetzt die aktuellen Kürzungen bei der Gamesförderung zurücknehmen und die Fördermittel auf 125 Millionen Euro erhöhen, um das so positive Wachstum weiter zu ermöglichen. Zumal jeder Fördereuro ein Vielfaches an zusätzlichen Steuereinnahmen und Investitionen einbringt. Mittelfristig braucht es zudem eine steuerliche Gamesförderung, die an erfolgreichen Gamesstandorten wie Kanada oder Frankreich bereits etablierter, langfristig verlässlicher Standard ist. Andernfalls wird dieser starke Aufschwung gefährdet und Deutschland hat keine Chance, im internationalen Wettbewerb mit seinen Games und Gamestechnologien mitzuhalten."