Feldzug der Ein-Mann-Armee
Zusammen mit seiner Produktionsfirma Tiger Hill hat Regielegende John Woo die Herausforderung angenommen, einen hochklassigen Actionshooter zu entwickeln. Herausgekommen ist "Stranglehold": ein spannender Third-Person-Shooter für Xbox 360, PlayStation 3 und PC, der im September in die Läden gelangen wird.
Im virtuellen Sequel des 1992 gestarteten Kinofilms "Hard Boiled" übernimmt der Spieler die Rolle des chinesischen Polizeiagenten Tequila, dessen Tochter und Exfrau zwischen die Fronten einer Mafiablutfehde geraten. Bis an die Zähne bewaffnet bricht Inspektor Tequila auf, um sich den Weg zu seiner Familie zu bahnen und sie aus den Händen der skrupellosen Entführer zu befreien.
Infolgedessen kommen die nicht nur die für Woo -Filme charakteristischen Doppel-Berettas zum Einsatz. Unter anderem ausgestattet mit einer Pumpgun, zwei Schnellfeuergewehren, "Desert Eagle"-Pistolen, Raketenwerfer, Granaten und einem schwerem Maschinengewehr, bringt der schießwütige Protagonist schnell zum Ausdruck, wie wenig er zum Spaßen aufgelegt ist.
"Wo gehobelt wird, da fallen Späne", heißt es - und von der ersten Minute an fällt auf: In keinem Videospiel fielen bislang so viele "Späne" wie in John Woos neuester Inszenierung.
Wenn töten, dann mit Stil
Die vollständige Zerstörbarkeit der Umgebung macht aus "Stranglehold" schon allein technisch eine Besonderheit. Dank einer Kombination aus der Havok- und der selbst entwickelten Massive-D-Engine kann der Spieler mit den zahlreichen Gegenständen innerhalb eines Levels vollständig interagieren und alles zerschießen, was ihm vor die Mündung kommt.
Für "Stranglehold" bezeichnend sind außerdem die vielfältigen, stylischen Moves, mit denen der Actionheld etwa Treppengeländer hinunterlaufen, sich im direkten Anschluss auf einen Rollwagen fallen lassen und seine Gegner von dort aus aufs Korn nehmen kann. Oder er schwingt sich mit einem Kronleuchter behände von Brüstung zu Brüstung, während er seine Feinde bearbeitet.
Kugeln als Ausweg
Belohnt werden besonders coole Aktionen damit, dass sich Spezialfähigkeiten aktivieren lassen. Auch der aus "Max Payne" bekannte Bullet-Time-Effekt ist dabei und erlaubt es, böse Jungs in Zeitlupe aus dem Weg zu räumen. Für Abwechslung sorgen unter anderem die klasse inszenierten Mexican-Stand-off-Duelle, bei denen Tequila umzingelt wird und sich aus einer hoffnungslos unterlegenden Stellung freischießen muss - ein echter spielerischer Leckerbissen.
Für die Synchronisation sowie das Motion-Capturing der Hauptfigur zeichnet kein Geringerer verantwortlich als der mit "Hard Boiled" bekannt gewordene Martial-Arts-Star Chow Yun-Fat selbst.
Wachsender Flurschaden
Grafisch setzt "Stranglehold" auf die neueste Unreal-Engine, womit realistische Partikel- und Lichteffekte sowie erstklassiges Bump Mapping gewährleistet werden. Bei der Gestaltung der sieben verschiedenen Level wurde besonders darauf geachtet, dass jedes für sich einen ganz besonderen Wiedererkennungswert erhält und sich die einzelnen Level optisch stark voneinander unterscheiden.
Während Tequila im ersten Spielabschnitt in schmutzigen Hinterhöfen und Restaurants auf Konfrontationskurs geht, warten später liebevoll gestaltete Casinos, idyllische Küstenlandschaften, imposante Museen oder luxuriöse Penthousewohnungen darauf, in Schutt und Asche gelegt zu werden.
Die Xbox-360-Version wird in Europa aller Voraussicht nach auch in einer limitierten Steelbook-Edition erscheinen - ob die PS3-Fassung, ähnlich wie in den USA, im Bundle mit dem Klassiker "Hard Boiled" angeboten werden kann, ist noch nicht geklärt.
Alex Offermann, Producer bei Midway Games
» Was macht "Stranglehold" besser als beispielsweise ein "Max Payne"?
Technisch setzt "Stanglehold" völlig neue Maßstäbe, was die Interaktion mit der Umgebung anbelangt. Für den Film wurden am Set damals mehr als 100.000 echte Patronen verschossen, damit die Actionszenen so glaubwürdig wie möglich rüberkommen. Mit derselben Liebe zum Detail sind wir an die Entwicklung von "Stranglehold" herangegangen: Nahezu jeder Gegenstand innerhalb eines Levels ist zerstörbar, wodurch der Spieler nach jedem absolvierten Missionsabschnitt eine einzigartige Spur der Verwüstung hinterlässt.
Diesen Umstand verdanken wir unserer eigens hierfür entwickelten Massive-Destruction-Engine, die zusammen mit der Havok-Engine einen noch nie da gewesenen Grad an Realismus erzeugt.
» Wie sieht so etwas konkret aus?
Beispielsweise lassen sich Neonbeleuchtungen von ihren Halterungen herunterschießen, um darunter befindliche Kontrahenten auszuschalten. Gascontainer explodieren realistisch und reißen Tische sowie massive Holzkonstruktionen mit sich und fliegen physikalisch korrekt durch die Luft.
Betonpfeiler und Säulen zersplittern während der actionreichen Schusswechsel in kleinste Stückchen. Dazu kommt, dass herumfliegende Gegenstände und Gegner ihrerseits wiederum Schaden anrichten. Eigentlich bleibt kaum ein Gegenstand vom Kugelhagel verschont.
» Inwiefern war John Woo an der Entwicklung von "Stranglehold" beteiligt?
Das komplette Skript entstammt der Feder von John. Allerdings blieben er und seine Produktionsfirma Tiger Hill bei der weiteren Entwicklung nicht außen vor: John hatte genaueste Vorstellungen davon, wie in seinen Augen ein virtuelles Sequel zu "Hard Boiled" auszusehen hatte. Deswegen mussten wir ihn in periodischen Abständen immer auf den neuesten Stand bringen und unsere Ideen mit seinen abgleichen. Seine konzeptionellen Vorgaben waren für uns entscheidend.
Aus diesem Grund war auch Chow Jun-Fat, der Hauptdarsteller von einst, mit von der Partie. Er gab dem virtuellen Alter Ego seine Stimme und lässt dessen Gestik sowie Mimik dank Motion-Capturing besonders echt aussehen.