game: Sieben Maßnahmen für modernen Jugendschutz
Gleiche Regelung des Jugendschutzes für alle Medien, Vermittlung von Medienkompetenz als entscheidende Rolle und weniger Aufsichtsbehörden im Jugendschutz-System Deutschland - das sind einige der Maßnahmen für einen modernen Jugendschutz des game.
Bereits letzte Woche hat der game - Verband der deutschen Games-Branche sieben Maßnahmen für den modernen Jugendschutz in Deutschland formuliert. Der Grund dafür ist, dass das Bundesfamilienministerium den Entwurf für das neue Jugendmedienschutzgesetz nun in die Ressortabstimmung gegeben hat.
"Der Jugendschutz in Deutschland steckt seit vielen Jahren in der Prä-digitalen Zeit fest und muss dringend reformiert werden. Darum ist es grundsätzlich zu begrüßen, dass das Bundesfamilienministerium wie angekündigt einen ersten Entwurf noch in diesem Jahr fertiggestellt hat", sagt Felix Falk, game-Geschäftsführer. "Deutschland braucht einen modernen, konvergenten und international anschlussfähigen Jugendschutz. Wie dieser aussehen kann, haben wir als Gamesbranche mit technischen Jugendschutzsystemen oder dem Einstufungssystem der International Age Rating Coalition auf eigene Initiative bereits gezeigt."
Die sieben Maßnahmen des game lauten:
Bei allen gesetzlichen Überlegungen muss im Mittelpunkt stehen, dass die Regelungen sowohl direkt bei Kindern und Jugendlichen ankommen als auch für Anbieter sinnvoll umsetzbar sind. Viel zu häufig geht es in der Jugendschutz-Diskussion um Kompetenz- und Zuständigkeitsfragen, die für die Nutzerinnen und Nutzer irrelevant sind.
Die Vermittlung von Medienkompetenz muss eine entscheidende Rolle im Jugendschutz einnehmen. Nur damit können Kinder und Jugendliche eine Mediensouveränität erlangen, die den besten Jugendschutz ermöglicht. Hier braucht es konkrete Maßnahmen des Gesetzgebers.
Die Kompetenzen zwischen dem Bund und den Ländern müssen sowohl gesetzlich als auch in seinen Aufsichtsinstitutionen klar aufgeteilt werden. Unterschiedliche Systeme wie bisher, die zwischen den Verbreitungswegen auf Datenträger und übers Internet unterscheiden, sind nicht nachvollziehbar und zielführend.
Der Jugendschutz muss für alle Mediengattungen gleich geregelt werden, um transparent und verständlich zu sein. Nur dann wird das Jugendschutzsystem akzeptiert und kann größere Wirkung entfalten.
Das Jugendschutz-System in Deutschland muss entschlackt werden. Es braucht weniger Aufsichtsbehörden, nicht mehr! Ein System an dem zusätzlich zur bereits bestehenden Aufsicht der Länder unter anderem durch die Kommission für Jugendmedienschutz zusätzlich noch weitere Bundesbehörden für den Online-Bereich zuständig sein sollen, ist nicht zielführend.
Das bewährte und funktionierende System der Selbstkontrollen muss in einer Form gestärkt werden, dass angesichts der rasend schnellen technischen Entwicklungen genug Flexibilität für die praxistaugliche Ausgestaltung bleibt. Nur so kann ein effektiver und zeitgemäßer Jugendschutz angesichts der dynamischen Entwicklungen der Medien sichergestellt werden.
Moderne und erprobte Ansätze wie Deskriptoren für Alterskennzeichen oder technische Jugendschutzsysteme sollten gefördert und ausgebaut werden, anstatt die gelernten Alterskennzeichen zu überladen.