GC - die "kleine E3" in Leipzig
Nach vier Tagen Business auf der einen und vier Tagen Action auf der anderen Seite hat sich die erste GC - Games Convention als voller Erfolg erwiesen. Die Aussteller sind zufrieden, die Bücher gefüllt, das Besucherziel ist erreicht und der Grundstein für eine mögliche Leitmesse der Spielebranche in Deutschland wurde fest zementiert.
Der Standort Leipzig war bis zuletzt nicht unumstritten. Schließlich war allen Beteiligten klar, dass die GC nach IFA und CeBIT Home der wohl letzte Hoffnungsschimmer für eine reine Gamesmesse auf deutschem Boden war. Klar wäre das Einzugsgebiet in NRW besser, die Erreichbarkeit per Auto, Bahn oder Flugzeug für die Businesskunden ebenfalls. Und eine gewisse Skepsis ob des Images vom wirtschaftlich kränkelnden Osten Deutschlands war durchaus auch berechtigt.
Erwartungen der Branche erfüllt
Skeptisch, aber insgesamt (zweck-)-optimistisch, so fuhren wohl die meisten Aussteller nach Leipzig. Und sie erlebten eine mehr als positive Überraschung. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Etwa 80.000 Verbraucher an den vier Tagen, rund 3000 Fachbesucher und 750 Journalisten stimmten die 166 Aussteller glücklich. Zumindest zum größten Teil, wie eine Blitzumfrage auf der Messe ergab. Über 90 Prozent der Aussteller sahen ihre Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen, und - was für die Leipziger Messe noch viel wichtiger ist - sie wollen im nächsten Jahr wiederkommen. Warum auch nicht? Schließlich gewann man als Beobachter den Eindruck, dass zockende Familienmütter im "Wilden Osten" keine Seltenheit sind.
Stadt und Leute hinterließen nicht den Eindruck, als befände man sich irgendwo "in the middle of nowhere". Natürlich gab und gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. So mussten Teile der britischen Branchenprominenz mangels Direktverbindung mit London im eigens gecharterten Jet den "Interkontinentalflughafen Mitteldeutschlands" anfliegen. Insgesamt lief die GC für eine Premiere jedoch sehr rund. Und das war den zufriedenen Gesichtern aller Aussteller und Fachbesucher auch anzusehen. Nun gilt es für die Leipziger Messegesellschaft samt Beirat des Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland die richtigen Weichen zu stellen. Wohin soll die Reise der GC gehen? Soll der Schritt in die Internationalität tatsächlich gewagt werden? Und vor allem schon im nächsten Jahr?
Diese Fragen müssen und werden sich in den nächsten zwölf Monaten klären. Es heißt, nach der Messe ist vor der Messe. Und die nächste GC - Games Convention findet von 21. bis 24. August 2003 statt. Dann hat die Kernzielgruppe auch in Sachsen noch Schulferien und kann die Hallen weiter füllen. Und für die deutsche Gamesbranche bedeutet dies wieder: Leipzig statt London, Hauptbahnhof statt Oxford Street. Denn in und um Leipzig werden Games gelebt. Und das ist schließlich die beste Standortvoraussetzung für eine erfolgreiche Spieleshow.