Generationswechsel: "Sims 2"
Mitte September erscheint der Nachfolger des weltweit erfolgreichsten PC-Spiels. Mit moderner 3D-Optik, virtueller DNA und reichlich Kreativoptionen wird die Lebenssimulation einen erneuten Siegeszug antreten.
Manchmal zählen im Games Business nur die eigenen Instinkte: "Es gab zwei Spielideen, die jeder in meinem Umfeld für totalen Mist hielt: 'SimCity' und 'Die Sims'", erinnert sich Will Wright, Gründer von Maxis und Mitverantwortlicher für Multi-Millionen-Umsätze bei Electronic Arts. In 17 Sprachen wurde seine Lebenssimulation "Die Sims" übersetzt, über 28 Millionen Mal hat sich die PC-Version, deren Erweiterungspacks und Konsolenvettern seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2000 weltweit verkauft. Und das größte Wunder des simulierten Lebens: Über die Hälfte der "Sims"-Fans ist weiblich. Dass die virtuelle Puppenstube zum beliebtesten PC-Titel der Welt avancierte, hat viele Ursachen. Das Spiel handelt vom alltäglichen Leben, und damit sind seine Prinzipien und Regeln auf Anhieb verständlich. Die Identifikation mit der Spielfigur - einem ganz normalen Menschen - fällt leicht, und das "Sims"-Dasein bietet Freiheiten, an die in Realität nicht zu denken ist. Auch die Einfachheit, mit der kreative Nutzer eigene Objekte gestalten und ins Spiel integrieren können, sorgt für ungebrochene Popularität.
Ein schweres Erbe also, das "Die Sims 2" anzutreten hat. Die Fakten zum Nachfolger und die im Internet auf unzähligen Fanseiten artikulierte Vorfreude lassen allerdings keine Zweifel, dass Teil 2 nahtlos am Erfolg der "Sims" anknüpfen wird. Die zunächst auffälligste Änderung betrifft die Optik: Während in "Die Sims" die Welt noch isometrisch war, bringen nun leistungsfähige 3D-Grafikroutinen "echte" Räumlichkeit ins Spiel. Der Vorteil der Polygon-Darstellung: Die Szenerie lässt sich nach Belieben zoomen und drehen - sogar in Ego-Perspektive kann der "Sims"-Kosmos erforscht werden.
Unter der komplexeren Grafik soll aber nicht die Kreativität leiden: Selbst gestaltete Inhalte werden sich simpel integrieren lassen, außerdem gibt es neue Bau-, Design- und Dekooptionen. Und in einem "Movie Maker"-Modus produziert der Spieler mittels Drehbuch, Kamera und Schauspielern eigene Filme. Ein hohes Maß an Individualität wird's auch bei der Spielfigur geben - dafür sorgen ein umfangreicher Editor sowie die Einführung von Genen und Sehnsüchten: Der Spieler bestimmt nicht nur Haarfarbe oder Gesichtsform seines Alter Egos, sondern definiert auch den Sinn des "Sims"-Lebens. Je nach gewählter Sehnsucht (Romantik, Familie, Ruhm, Reichtum oder Wissen) ändern sich die eigenen Wege und Ziele. Und die Einführung von Lebensaltern und Fortpflanzung macht das Feilen am perfekten Dasein noch kunstvoller: Manche Aktionen beeinflussen ein ganzes Leben, körperliche und Charaktereigenschaften werden über virtuelle DNA an Nachkommen weitergegeben, über viele Generationen ent-wickelt sich ein ganzer Stammbaum. "Die Sims 2" ist nun mal eine Lebensaufgabe - und das nicht nur für die Entwickler von Maxis.