HDE glaubt nicht an Aufschwung des Einzelhandels
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels zweifelt an den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts, wonach der Einzelhandel wieder nominal und real im Plus lag.
Den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts zufolge hat sich der deutsche Einzelhandel im Mai wieder erholt. Demnach setzte der Einzelhandel zwischen Januar bis Mai nominal 1,0 Prozent und real 0,6 Prozent mehr um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Ergebnisse basieren auf einem neu gebildeten repräsentativen Berichtsfirmenkreis im Handel. Der HDE - Hauptverband des Deutschen Einzelhandels mag diesen neu erfassten Daten nicht recht glauben. "Bei den Ergebnissen des Bundesamts kann es sich nur um einen Irrtum des Amts handeln. Im ersten Halbjahr 2005 bewegte sich der Umsatztrend im Einzelhandel nach Erkenntnissen des HDE im Schnitt bei minus 0,75 Prozent nominal", sagte HDE-Präsident Hermann Franzen dem "Handelsblatt". Auch für die zweite Jahreshälfte bleibt der Verband pessimistisch und hält an seiner Prognose eines Umsatzrückgangs von 0,5 bis 0,75 Prozent fest. Franzen verwies dabei auf die allgemein schwache Konjunktur und die hohen Benzin- und Energiepreise, die den Bürgern das Geld für andere Ausgaben nähmen.
Das Statistische Bundesamt geht indes in Verteidigungsstellung: "Wir stehen zu unseren Zahlen. Unsere Ergebnisse basieren auf einer Befragung von rund 25.000 Unternehmen. Wir haben sichergestellt, dass alle Branchen entsprechend repräsentiert wurden", sagte die Leiterin des Bereichs Handel, Karin Linkert. Möglicherweise erklärten sich die Unterschiede zum HDE auch aus der Zusammensetzung und Größe der Stichprobe der befragte Unternehmen, verlautete aus dem Bundesamt. Die Zahlen des HDE basieren auf einer Befragung von rund 150 Einzelhändlern einschließlich großer Filialisten, Analysen von Unternehmensberichten und Rückmeldungen von Verbands-Mitgliedern.