Hollywoods Spieltrieb
Zaghaft hat die US-Filmmetropole Topgames als idealen Nährboden für Erfolg versprechende Kinoproduktionen entdeckt.
"Tomb Raider", "Final Fantasy", "Wing Commander", "Resident Evil" oder "Super Mario 64" - dass mit Videospielen jede Menge Geld zu verdienen ist, beweisen Publisher wie Electronic Arts, Eidos, Nintendo oder Atari mit Jahresumsätzen von mittlerweile über 28 Milliarden Dollar.
Die Abenteuer und Aufgaben, die die Spieler dabei zu bestehen haben, sind meist eingebettet in eine packende Story, ihre Spielfiguren wie Lara Croft oder Klempner Mario wurden dabei zu bewunderten Idolen für große und kleine Joystickheros.
Von der Popularität der Pixelhelden profitiert längst auch ganz Hollywood - aber jetzt bricht der Spieltrieb in der Traumfabrik so richtig aus: Immer mehr Spielehits finden den Weg auf die Leinwand.
Ein Mann für alle Fälle
Vor allem Deutschlands Hollywoodexport Uwe Boll erweist sich dabei als besonders eifriger Verfilmer. Gerade erst hat er das Fantasyabenteuer "Dungeon Siege" mit den Hollywoodstars Jason Statham, Kristanna Loken, Burt Reynolds und dem deutschen Topmodel Eva Padberg im kanadischen Vancouver abgedreht.
Mit der "Terminatrix" hat Boll bereits den nächsten Streich in petto: das Vampirspektakel "BloodRayne". Ben Kingsley und Michelle Rodriguez reihen sich ebenfalls munter ein in den Tanz der Vampire.
Aller Anfang ist schwer
Die Multimillionen-Dollar-Produktionen stellen die ersten Gehversuche Hollywoods im Videospieleuniversum in den Schatten. Bereits Anfang der 90er-Jahre warfen die Filmbosse der Traumfabrik ein gieriges Auge auf die Pixelhelden und versuchten, mit eher seichten Stoffen die Spielergemeinde in die Kinos zu locken. Meist mit minderem Erfolg.
Bestes Beispiel dafür ist Nintendos Dauerschrauber Super Mario. Der Klempner betrat 1981 im Kulthit "Donkey Kong" die Gamesbühne. 1993 setzte Hollywood dem knuffigen Männchen mit der Knollennase endlich ein Denkmal in der Verfilmung "Super Mario Bros.". Bob Hoskins zwängte sich in die Latzhose und ging zusammen mit Filmbruder John Leguizamo auf Bösewichtjagd (Dennis Hopper). Im Kino floppte die knallbunte 50-Millionen-Dollar-Verfilmung allerdings ordentlich.
Action vom Feinsten
Mit "Streetfighter" und Jean-Claude Van Damme in der Hauptrolle gelang dann ein echter Blockbuster. Auch "Wing Commander", "Final Fantasy", "Mortal Kombat", "Dungeons & Dragons", "Resident Evil" und natürlich "Tomb Raider" brachten Millionen in die Kinokassen.
Wenn Microsoft nicht zu hoch gepokert hätte, dann wäre bald auch "Halo - Kampf um die Zukunft" auf Zelluloid gebannt worden. Doch zehn Millionen Dollar für die Filmrechte, 15 Prozent der Einnahmen und 60 Erste-Klasse-Flugtickets zur Filmpremiere waren Hollywoods Produzenten dann doch zu viel. Ab 27. Oktober dürfen wir uns wenigstens in "Doom" gehörig gruseln. Dwayne "The Rock" Johnson geht darin auf gnadenlose Monsterjagd. Und dann? Die Sims - The Movie?