Mit einem Stamm von derzeit 450 Mitarbeitern gehört die alpha Tonträger Vertriebs GmbH zu den Big Playern im Home-Entertainment-Markt. Im Gamesbereich engagiert sich der Rackjobber vor allem im Segment Zweitvermarktungen. GamesMarkt.de sprach mit Vertriebsleiter Pierre Pfeiffer.

GM: Welche Dienstleistungen bieten Sie ihren Kunden?

Pfeiffer: Wir bieten als Rackjobber Fullservice an. Sprich: Disposition, Retourenbearbeitung, konkrete Bearbeitung der Ware in Form von Preisauszeichnung, Sicherungssysteme, Präsentation nach vorgegebenen Richtlinien, Sortierung der Abteilungen, Anbringen von werbeunterstützenden Maßnahmen sowie Aktions- und Werbeaufbau. Darüber hinaus liefern wir in maximal 48 Stunden.

GM: Welche Handelsoutlets gehören zu Ihrem Kundenstamm?

Pfeiffer: Etwa aus der Metro-Gruppe die real-Schiene, die Metro C & C- und Extra Märkte, zum Großteil Kaufland und Handelshof aus der Lidl & Schwarz-Gruppe, die Dohle Handelshöfe und Hit Märkte sowie die Kaiser Kellermann-Gruppe Fegro Selgros und Teilbereiche von Edeka-Gruppe

GM: Wie gewichtet alpha die Bereiche Musik, Video und Games?

Pfeiffer: Der Schwerpunkt liegt sicherlich noch auf dem Tonträgerbereich. Wobei die Bedeutung von Video, bedingt durch DVD, zunimmt. Natürlich spielt eine Rolle, dass der Tonträgermarkt derzeit in Schwierigkeiten ist, während DVD wächst. Der klassische Gamesbereich ist nur am Rande interessant. Wir sind hier vornehmlich mit Zweitvermarktungen und im Billigsegment tätig und machen dort gute Umsätze.

"E-Commerce ist kein Thema"

GM: Wie stehen Sie zum Thema Piraterie?

Pfeiffer: Das Thema Raubkopien ist kein einfaches Thema. Es ist unumstritten, dass wir im Tonträgerbereich mit diesem Problem zu kämpfen haben. Wichtig ist, dass mit allen zur Verfügung stehenden Mittel gemeinsam dagegen vorgegangen und eine Sensibilität beim Endverbraucher erreicht wird. Hier sind erste wichtige Schritte vollzogen worden. Ob diese jedoch umfassend greifen können, ist eine andere Sache. Man kann das Thema Piraterie nicht wegdiskutieren, und ein gewisser Prozentsatz wird sich nicht vermeiden lassen. Wir sollten aber alles versuchen, diesen möglichst gering zu halten. Das Hauptproblem liegt meines Erachtens bei den derzeit wieder florierenden Schulhof- und Flohmarktverkäufen. Allerdings ist dieses Problem auch nicht so extrem, wie es zum Teil dargestellt wird. Ich gehe davon aus, dass sich der Raubkopienanteil in den nächsten fünf Jahren bei circa zehn Prozent einpendeln wird.

GM: Welche Rolle spielt das Internet für alpha?

Pfeiffer: Wir arbeiten derzeit mit Intranet und befinden uns gerade in der Ausarbeitung der Einbindung unserer Kunden. Pläne, das Internet als Verkaufsplattform für den Endverbraucher zu nutzen, bestehen nicht. Diese Frage hatten wir uns schon vor fünf Jahren gestellt und abschlägig entschieden. Die aktuelle Entwicklung im E-Commerce-Geschäft hat diese Entscheidung bestätigt. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass letztendlich zwei, drei Großhändler das Onlinegeschäft unter sich aufteilen werden. Wir konzentrieren uns lieber auf unser klassisches Rackjobbinggeschäft.

GM: Welche Rolle spielen für alpha Exklusivdeals?

Pfeiffer: Würden wir nur auf das derzeitige Angebot der Industrie zurückgreifen, hätten wir die gleichen Probleme wie der Gesamtmarkt, mit Schwierigkeiten bei der Umsatzerreichung oder gar einem Umsatzminus. Hier sind wir gefordert, für unsere Kunden Aktionen zu stricken, die mit Exklusivprodukten oder allgemeinen Produkten in einer anderen Zusammenstellung behaftet sein können. Wir haben eine ganz spezielle Klientel. Und diese Gruppen werden nicht unbedingt mit den bundesweiten Aktivitäten der Industriefirmen angesprochen. Hier wollen wir ansetzen und verkaufsfördernde Maßnahmen optimieren, um Umsätze an Land zu ziehen, die man sonst nicht machen würde.

"Wir wollen weg von den Displaywäldern"

GM: An welche Maßnahmen denken Sie?

Pfeiffer: Zum einen muss man sich Gedanken über die Präsentationsformen machen, unabhängig von den klassischen Regalträgern und Displays, die es von der Industrie gibt. Hier führen wir gerade zwei neue Warenträger ein, die auf Sonderflächen gestellt werden können. Hintergrund ist, die notwendigen Marketinginstrumente besser anbringen zu können, um eine verbesserte Optik zu erreichen. Wir wollen weg von Displaywäldern, die entstehen können, wenn viele Aktionen durch die Veröffentlichungspolitik gleichzeitig laufen. Ein Display macht saisonabhängig und bei Blockbustern Sinn, aber bei allen Topneuheiten Displays in verschiedenen Größen aufzustellen, halte ich nicht für sinnvoll. Der bessere Weg ist hier ein ständiger, aber flexibler Warenträger.

GM: Danke für das Gespräch.

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