Auf der Hauptversammlung der KarstadtQuelle AG präsentierte Konzernchef Wolfgang Urban die Zahlen für das 2. Geschäftsquartal. Nach dem starken Umsatzrückgang zu Jahresbeginn wurde von April bis Juni nur noch ein leichtes Minus verzeichnet.

Die KarstadtQuelle AG, Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern, hat nach dem starken Umsatzrückgang von 4,7 Prozent zu Jahresbeginn im 2. Quartal nur noch ein leichtes Minus von 0,8 Prozent ausgewiesen. Die rückläufige Umsatzentwicklung habe sich vor allem durch den Jubiläumsverkauf von Quelle abgeschwächt, teilte Konzernchef Wolfgang Urban auf der Hauptversammlung in Düsseldorf mit. Der Sonderverkauf aus Anlass des 75-jährigen Bestehens von Quelle habe zu einem Bestellansturm geführt. Man habe viele Neukunden gewinnen können. Besonders schwach hingegen entwickelte sich die Sparte Warenhaus.

Mit einem Umsatzrückgang von 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr lief das Geschäft so schlecht wie selten zuvor. Konkrete Zahlen zum ersten Halbjahr werden am 26. August veröffentlicht. Urban wies darauf hin, dass ein höherer absoluter Verlust zu erwarten sei, und erklärte dies mit saisonalen Schwankungen und dem Einbruch der gemeinsam mit Lufthansa betriebenen Konzernmarke Thomas Cook. Deren Erlöse waren im 1. Quartal erheb-lich gesunken. Die Gründe hierfür sieht Urban insbesondere in der Gesamtentwicklung des Tourismusmarkts, der - auch infolge des 11. September - die hohen Erwartungen nicht habe erfüllen können.

Seiner Meinung nach kommt die derzeit schwierige Lage des deutschen Einzelhandels hinzu, die in der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte bislang beispiellos sei und auch beim KarstadtQuelle-Konzern deutliche Spuren hinterlassen habe. Wegen weiterhin unsicherer Rahmenbedingungen könne man gegenwärtig nicht genau abschätzen, ob eine Konsumbelebung noch im laufenden oder erst zu Beginn des nächsten Jahres eintrete. "Vor diesem Hintergrund halten wir es unverändert für nicht seriös, eine Prognose abzugeben", sagte Urban.

Doch es gab auch Positives zu berichten. Für das laufende Jahr beabsichtigt der Konzern eine Steigerung des Onlinegeschäfts um 50 Prozent auf etwa 1,2 Mrd. Euro. "Nach sechs Monaten liegen wir diesbezüglich voll im Plan", so Urban wörtlich. Im nächsten Jahr soll der Onlineumsatz voraussichtlich 1,5 Mrd. Euro erreichen. Die KarstadtQuelle AG beschäftigte zum Jahresende 2001 etwa 112.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 93 Prozent in Deutschland.

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