KarstadtQuelle: Sorgenkind stationärer Einzelhandel
Die KarstadtQuelle AG hat im ersten Halbjahr 2002 ein Umsatzminus im einstelligen Prozentbereich verzeichnet. Gleichzeitig hat der Konzern seinen Vorsteuerverlust deutlich erhöht. Für das Jahr 2002 rechnet KarstadtQuelle ebenfalls mit einem Umsatzminus.
Die KarstadtQuelle AG hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2002 ein Umsatzminus von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Der Umsatz sank von 7,59 Milliarden Euro auf 7,36 Milliarden Euro. Nach eigenen Angaben leidet KarstadtQuelle wie der gesamte Einzelhandel unter der allgemeinen Kaufzurückhaltung der Konsumenten.
Vorsteuerverlust verdoppelt
Besonders stark waren davon die 189 Warenhäuser und 283 Fachgeschäfte betroffen. Ihr Umsatz schrumpfte um 10,9 Prozent. Zugleich habe sich der Preiskampf vor allem durch Rabattaktionen verschärft. Die Sparte Stationärer Einzelhandel, zu der unter anderem auch die Bekleidungskette SinnLeffers, Schürmann/Schaulandt und der Musikanbieter WOM gehören, verdoppelte ihren Vorsteuerverlust. Die Sparte Versandhandel verzeichnete dagegen ein Umsatzwachstum von 3,3 Prozent und einen um 31,7 Prozent verringerten Vorsteuerverlust. Vor allem die Aktionen zu "75 Jahre Quelle" hätten das Geschäft belebt.
Gleichzeitig weitete der Konzern aber seinen Vorsteuerverlust (EBIT) von insgesamt minus 149 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr minus 348 Millionen Euro deutlich aus. Experten hatten im Vorfeld einen weitaus niedrigeren Verlust prognostiziert. Im stationären Einzelhandel stiegen die Verluste in diesem Zeitraum um 157,7 Prozent. Im Rahmen der Halbjahrsbilanz wagte der Konzernvorstand eine erste Prognose für das Jahr 2002. Demnach sei bei einem Umsatzminus von rund drei Prozent mit Erträgen auf Vorjahresniveau von rund 382 Millionen Euro zu rechnen.
Dramatisch zugespitzt hat sich auch der konzernweite Stellenabbau: Allein in den ersten sechs Monaten sank die Zahl der Karstadt-Mitarbeiter um 7703 auf 104.428. Betroffen waren vorwiegend die Beschäftigten in den Warenhäusern und Fachgeschäften des Konzerns. Durch die Halbjahresbilanz von KarstadtQuelle geriet auch der Düsseldorfer Metro-Konzern am Aktienmarkt unter Druck.
Metro halte laut einem Unternehmenssprecher aber an seinem Gewinn- und Umsatzziel für das Gesamtjahr 2002 fest. "Das bringt uns nicht aus der Ruhe", sagte ein Metro-Sprecher mit Blick auf die KarstadtQuelle-Bilanz.