Management von Spielefirmen zu unprofessionell
In einem aktuellen Report warnt Screen Digest, im Spielemarkt werde eine weitere Marktbereinigung stattfinden. Ein Grund hierfür ist nach Meinung des Autors schlechtes Management bei den Spieleentwicklern und Publishern.
In der Gamesbranche wird der Marktbereinigungsprozess unvermindert weitergehen. Zu diesem Ergebnis kommt der jetzt von Screen Digest vorgelegte Report "Games Software Publishing: Strategies for Market Success". Demnach werden die Kosten für die Entwicklung eines Konsolenspiels von derzeit drei bis sechs Millionen Dollar auf sechs bis zehn Millionen Dollar ansteigen. In extremen Fällen könnten die Entwicklungskosten auch die Grenze von 20 Mio. Dollar überschreiten. Folglich müssten die Publisher ihre Produktstrategie sehr sorgfältig festlegen, da jeder Flop noch deutlicher in der Bilanz spürbar werde. Marc de Gentile-Williams, Autor des Reports, warnt, dass die Gesamtzahl aller profitablen Spiele pro Jahr auf 80 Titel sinken könnte.
Generell bescheinigt der Report den US-Publishern, größtenteils gut auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereitet zu sein. Publisher aus Japan und Europa seien zwar sehr kreativ, müssten sich künftig aber verstärkt auf die wichtigsten Aspekte im Spielebusiness fokussieren, die im Einzelnen mit Strategie, Marketing, Finanzierung, Lizenzgeschäft und Mitarbeiterressourcen angegeben sind.
"Auch nach 30 Jahres leidet die Gamesbranche verglichen mit jüngeren Industrien wie dem Mobile- oder dem Internetgeschäft unter einem hausgemachten Mangel an professionellem Management", so Gentile-Williams. Dies beweise die hohe Zahl der Insolvenzen, die es trotz der günstigen Marktbedingungen gebe.
Hinsichtlich der Portfoliostrategie wird indirekt die Vermarktung von Lizenztiteln empfohlen. Diese seien im Hinblick auf den Abverkauf weniger riskant. Laut Screen-Digest-Analysen habe der Absatz lizenzbasierter Spiele 2004 um 23 Prozent über dem originärer Spielefranchises gelegen. Allerdings bedeuteten höhere Umsätze keineswegs auch mehr Gewinn. Da die Bedeutung von Spielen als Lizenzprodukt bei den Lizenzgebern gestiegen sei, würden auch immer höhere Lizenzgebühren fällig.