Nintendo hat seine russische Präsenz bis auf wenige Verwaltungsstellen vollständig abgebaut, wie die Frankfurter Europa-Zweigstelle gegenüber Eurogamer bestätigt. Stattdessen untersucht der Publisher, ob ein Importgeschäft über Handelspartner nach Russland in Frage kommt.

Bereits Anfang 2022, als Russland den Angriffskrieg gegen die Ukraine begann, hatte Nintendo die russische Zweigstelle eingefroren, Importe in das Land gestoppt und den eShop dort unter Wartung gestellt. Nun zieht Nintendo weitere Konsequenzen und schließt die russische Division abseits von wenigen administrativ notwendigen Rollen komplett. Die meisten Mitarbeitenden wurden bereits gegen Abfindungen entlassen. In einem Statement gegenüber Eurogamer gab die europäische Zweigstelle des japanischen Publishers mit Sitz in Frankfurt a. M.  bekannt: "Anfang 2022 hat Nintendo den Versand von Produkten nach Russland eingestellt und den Nintendo eShop unter Wartung gestellt, nachdem der Zahlungsanbieter die Transaktionen in russischen Rubeln eingestellt hatte. Daraufhin und aufgrund der wirtschaftlichen Aussichten hat Nintendo of Europe beschlossen, den Betrieb seiner russischen Tochtergesellschaft einzustellen.

Wir werden eine minimale Präsenz in Russland aufrechterhalten, um den Abwicklungsprozess abzuschließen und um die gesetzlichen, vertraglichen und administrativen Anforderungen zu erfüllen. Die Mitarbeiter in Moskau haben individuelle Abfindungspakete erhalten, und ihre Verträge wurden in gegenseitigem Einvernehmen und mit unserer Wertschätzung für ihre Bemühungen beendet."

Eine der Positionen, die aktuell administrativ weiter im Amt bleiben, ist die des russischen Geschäftsführers Yasha Haddazhi. Dieser hatte während Nintendos Importstopp eine eigene Firma namens Achivka aufgebaut, um Nintendo-Produkte aus dem Ausland zu importieren. Nintendo erwägt nun, mit externen Partnern, darunter auch Achivka, ein Importgeschäft nach Russland aufzubauen, ohne dort selbst präsent zu sein. "Wir suchen weiterhin nach Lösungen, um die früheren Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden auf dem russischen Markt zu erfüllen. In diesem Sinne und im Geiste der Transparenz befinden wir uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit potenziellen Anbietern von Reparatur- und Garantieleistungen für Nintendo-Produkte, die bereits auf dem russischen Markt verkauft wurden, wobei LLC Achivka einer dieser potenziellen Anbieter ist", so das Statement. "Uns ist bekannt, dass mehrere Unternehmen in Russland Parallelimporte von Waren, darunter auch Nintendo-Produkte, betreiben. Nintendo ist mit solchen Unternehmen nicht verbunden und hat nichts mit Parallelimporten in Russland zu tun."

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Pascal Wagner
Pascal Wagner is Chief of Relations of GamesMarket and Senior Editor specialised in indie studios, politics, funding and academic coverage.
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