Meta investiert weiter kräftig in die XR-Sparte Reality Labs
Stolze 2,8 Milliarden Dollar, knapp 2,74 Milliarden Euro, standen in der Meta-XR-Sparte Reality Labs als Verlust unter dem Strich des Q2-Geschäftsberichts. Der Mutterkonzern erwirtschaftet aber genug, um die kostspieligen Investitionen in Hardware, Software und Mark Zuckerbergs Metaverse-Vision tragen zu können.
Meta investiert weiter kräftig in die "Reality Labs" genannte XR-Sparte, die sich um Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Produkte, entsprechende Software plus Games und das "Metaverse" kümmert. Laut Geschäftsbericht des zweiten Quartals, das den Zeitraum von April bis Juni 2022 abdeckt, steht allein in dieser Sparte ein Verlust von 2,8 Milliarden Dollar, knapp 2,74 Milliarden Euro, unter dem Strich - bei Einnahmen in Höhe von 452 Millionen Dollar bzw. 443 Millionen Euro. Im gleichen Quartal des Vorjahres lag der Verlust noch bei 2,4 Milliarden Dollar, in etwa 2,28 Milliarden Euro. In den ersten sechs Monaten dieses Geschäftsjahres summiert sich der Reality-Labs-Verlust auf 5,77 Milliarden Dollar respektive circa 5,66 Milliarden Euro.
Meta als Gesamtkonzern kann die Ausgaben und VR-Investitionen aber stemmen, denn im besagten Quartal wurde ein Gesamtumsatz von 28,82 Milliarden Dollar und ein Betriebsgewinn von 8,36 Milliarden Dollar erzielt. In Euro beträgt der Umsatz circa 28,27 Milliarden Euro und der Gewinn ungefähr 8,2 Milliarden Euro. Letztendlich musste Meta im Q2 den ersten vierteljährlichen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen, um ein Prozent respektive 36 Prozent. Als Antwort darauf möchte Meta das Personalwachstum in den nächsten Monaten reduzieren.
Schon im April, anlässlich der Veröffentlichung des Q1-Geschäftsberichts, sagte Meta-CEO Mark Zuckerberg, dass "die Finanzierung des Metaversums kurzfristig teuer sei", sich aber langfristig auszahlen werde. Andere Unternehmensteile von Meta würden die Verluste der Reality Labs ausgleichen. Zuckerberg ist der Ansicht, dass der Wert des XR-Bereichs in Zukunft mit den aktuellen Mobile-Plattformen vergleichbar sein werde - als ein neues Paradigma für Computer und soziale Vernetzung.
Erst kürzlich ist eine Preiserhöhung des VR-Headsets Quest 2 angekündigt worden. Noch im Laufe des Jahres soll ein weiteres VR-Headset auf den Markt gebracht werden, das unter anderem über eine Kamera auf der Vorderseite verfügen wird, um auch die reale Welt einbeziehen zu können. Meta investiert auch viel in VR-Unternehmen und Start-ups, doch kürzlich stoppte die US Federal Trade Commission den Kauf von Within. Within entwickelt die VR-Fitness-App "Supernatural". Meta versuche, einen Konkurrenten aufzukaufen und den Kompetitionsdruck zu senken, so die Begründung der FTC.
Marcel Kleffmann