Microsoft: Software, Service und mehr First-Party
Bei einer von Software geprägten Pre-E3-Show hat Microsoft einen massiven Ausbau seiner internen Entwicklungsressourcen angekündigt und insgesamt fünf Studio-Gründungen bzw. Übernahmen von zum Teil langjährigen Partnern angekündigt.
Wie zu erwarten war stand bei der diesjährigen Pre-E3-Show von Microsoft die Software im Fokus. 52 Titel wurden im Rahmen der global gestreamten Show angekündigt, vorgestellt oder zumindest kurz angerissen, darunter auch eine stattliche Zahl an Exklusivspielen. Und auf die kommt es bekanntlich an. "Software sells Hardware" ist eine Binsenweisheit im Gamesgeschäft. Doch genau bei den Exklusivspielen, die eine Konsolen vom Mitbewerb abgrenzt, mangelte es Microsoft oft. Das soll nun anders werden.
Neben den zahlreichen Spielen kündigte Microsoft bei seiner Show auch einen deutlichen Ausbau seiner First-Party-Entwicklungsressourcen an. So kauft Microsoft die britischen Studios Playground Games und Ninja Theory sowie Undead Labs aus Seattle. Alle drei zählen zu den langjährigen Partnern Microsofts und trugen unter anderem "Forza Horizon 4" (Playground), "Hellblade" (Ninja Theory) und "State of Decay" (Undead Labs) zum Xbox-Portfolio bei. Daneben hat Microsoft eine Kaufabsichtserklärung unterzeichnet, um das kanadische Studio Complusion Games zu kaufen, dessen Multiplattform-Projekt "We Happy Few" im August erscheint. Last not least baut Microsoft in Santa Monica mit The Initiative ein neues Studio auf. Es wird von Darrell Gallagher geleitet, der erst im April vom "Tomb Raider"-Entwickler Crystal Dynamics zu Microsoft wechselte.
"Die Originalspiele, die wir bei Microsoft Studios entwickeln, gehören zu unseren größten Trümpfen", so Matt Booty, Corporate Vice President von Microsoft Studios. "Unsere Wachstumsstrategie besteht darin, vertraute Welten zu erweitern und gleichzeitig neue Exklusivspiele zu entwickeln, um unsere Plattform für Spieler noch attraktiver zu gestalten."
Xbox-Spieler müssen aber nicht warten, bis die fünf neuen Studios erste Arbeiten vorlegen. So hat Microsoft neben vielen anderen Titelna auf der Show auch offiziell "Gears of War 5" angekündigt und ein Comeback des Master Chiefs in "Halo Infinite" versprochen. Auch seitens der Third-Partys gab es zahlreiche neue Informationen, Ankündigungen und Trailer-Premieren beispielsweise zu "Fallout 76", "Devil May Cry 5", "The Division 2" oder "Cyberpunk 2077".
Last not least gab Microsoft eine Erweiterung des Xbox Game Pass-Sortiments bekannt, seines Spiele-Abo-Services. Zudem wurde mit "FastStart" ein Service eingeführt, die man aus dem PC-Business her kennt, und zwar dass Spiele schon weit vor Abschluss des gesamten Downloads gestartet und gespielt werden können. Und es gab ein Update zu Mixer, Microsofts eigenem Live-Streaming-Service. Dessen Zuschauerzahlen wachsen weiter und hätten sich binnen von nur sechs Monaten auf 20 Mio. User verdoppelt.