MTGs Umbau zur Digitalfirma steht auf der Kippe
Die Modern Times Group, Mehrheitseigner von InnoGames und Turtle Entertainment, plant eigentlich den Umbau vom klassischen Medienunternehmen zum reinen Digital Entertainment Anbieter. Doch nun gibt es unerwartete Schwierigkeiten.
Die schwedische MTG Modern Times Group hat sich in den vergangenen drei Jahren einen Namen im Gamesbereich gemacht. Das Unternehmen kaufte das schwedische Kult-Gamer-Event , das auch einen Ableger in Deutschland hat, und übernahm die Mehrheit von ESL-Betreiber Turtle-Entertainment und von InnoGames. Anfang Februar legte MTG Pläne auf den Tisch, sich von seinen TV-Geschäften zu trennen und sich ausschließlich auf den Bereich Digitale Unterhaltung mit Games als einem Schwerpunkt zu fokussieren. Doch könnten diese Pläne scheitern. Denn eigentlich wollte MTG seine Geschäftsbereiche Nordic Entertainment (TV-Sender) und MTG Studios (TV-Produktion) an die dänische Telefongesellschaft TDC im Tausch für Anteile abgeben. Der Deal war vorbehaltlich der Zustimmung der TDC-Aktionäre beschlossene Sache.
Jetzt teile MTG jedoch mit, dass der TDC-Verwaltungsrat seine Empfehlung für die Übernahme zurückgezogen hat. Die geplant Abstimmung in der Hauptversammlung wird zwar durchgeführt, ohne den Rückhalt des Verwaltungsrats ist eine Zustimmung eher unwahrscheinlich.
MTG treibt ungeachtet dessen den Umbau weiter voran. Erst Anfang der Woche gaben die Schweden bekannt, ihren 95-Prozent-Anteil an dem Bulgarischen TV-Netzwerk Nova Broadcasting an die Investmentfirma PPF zu verkaufen. Die Einnahmen sollen in den Ausbaue des Digital Entertainment-Geschäfts fließen.
Neben seinem TV-Geschäft in Skandinavien und Osteuropa, sowie seinen Beteiligungen im Spielebusiness gehören auch die Multi-Channel-Networks Splay Networks sowie Zoomin.tv zu MTG. Zoomin.tv ist zugleich eine Internet-Video-Plattform.