Die Buchmesse bleibt der Treffpunkt für die Info-und Edutainmentbranche, denn die Bedeutung des Buchhandels als Absatzkanal nimmt zu. Präsentiert sich die Buchmesse nach außen auch als Contentmesse, so spiegeln die internen Strukturen eine zu strikte Trennung der Medien. Das ergab eine Umfrage von Entertainment Markt.

Achim Winkel Vertriebsleiter Buhl Data Die Buchmesse wird immer noch zu sehr mit Lesen und nicht mit Multimedia in Verbindung gebracht. Deshalb steht es für uns 50 zu 50, ob wir nächstes Jahr wieder als Aussteller dabei sind. Leider gibt es noch keine Alternative.

Irina Pächnatz Pressereferentin Cornelsen Die Buchmesse ist die wichtigste Messe für den Handel. Problematisch ist sicherlich die Plazierung. Wir müssen in zwei Hallen präsent sein. In der Halle 4.0 zeigen wir zwar unser gesamtes Softwareangebot, die Halle 6.0 ist aber wegen des Publikumsverkehrs interessant, deshalb präsentieren wir hier neben dem Printbereich die Softwarenovitäten sowie unsere Online-Aktivitäten.

Armin Hopp GF Digital Publishing Die Buchmesse ist vor allem für den Absatzkanal Buchhandel interessant. Als Order- oder Lizenzmesse ist für uns die IFA oder die Milia wichtiger. Da man als deutscher Publisher kaum in den internationalen Hallen auftreten kann, kommt auf der Buchmesse leider das Lizenzgeschäft zu kurz.

Herbert Richert Geschäftsführer Heureka Klett Die Buchmesse ist für uns die wichtigste Handelsmesse. Da unsere Produkte erklärungsbedürftig sind, ist der Buchhandel der wichtigste Vertriebskanal. Mit einem Heureka-Klett-Stand in Halle 4.0 zeigen wir die Eigenständigkeit der Marke Heureka Klett als Software. An einem Gemeinschaftsstand mit dem Mutterhaus würde Software nicht diese Wirkung haben.

Dr. Klemens Kundratitz GF Koch Media Neue Medien werden für den Buchhandel und damit für die Buchmesse immer interessanter. Gerade für spezielle Titel und Nischenprodukte, die Beratung und Service erfordern, bietet sich der Buchhandel als Vertriebskanal an.

Heinrich Hüntelmann Leiter Produkt PR Ravensburger Für uns ist es selbstverständlich, mit dem Mutterverlag auszustellen, da CD-ROM und Bücher keine unterschiedlichen Welten sind, sondern nur unterschiedliche Medien. Daher ist es besser, die Medien so wie im Buchhandel zu präsentieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß Buchhändler nicht extra in die Halle 4.0 gehen wollen. Die Multimediahalle ist nur noch für Anbieter von technischen Inhalten interessant, für Anbieter von verlegerischem Inhalt lohnt sie sich nicht mehr. Die Buchmesse bleibt aber die wichtigste Messe für Lizenzgespräche, gerade bei Kindersoftware.

Rolf Müller VerlagsleitungLangenscheidt Wir demonstrieren unser elektronisches Engagement nicht mehr, durch einen eigenen Stand in Halle 4.0. Zu Langenscheidt gehören Bücher, und wir wollen eine Leistungsshow für unser Gesamtangebot zeigen. Wir transportieren Inhalte auf verschiedenen Wegen, wobei die einzelnen Medien nebeneinander existieren.

Michael Schroeder GF ms more software Das Konzept der Halle 4.0 ist veraltet. Solange es eine abgetrennte Multimediahalle gibt, müssen wir hier sein, obwohl wir eigentlich in die Sachbuchhalle gehören. Die Buchmesse ist keine Einkaufsmesse, sondern hat sich zur Lizenzmesse entwickelt. Ich vermisse eine Endkundenmesse.

Liane Lahl Pressesprecherin Systhema Als reine CD-ROM-Publisher fühlen wir uns in Halle 4.0 sehr wohl. Positiv ist, daß im Vergleich zum letzten Jahr die Anzahl der Aussteller von Preßwerken zugunsten von Onlinediensten abgenommen hat. Da wir über 50 Prozent unseres Umsatzes im Buchhandel machen, bleibt die Buchmesse für uns von Bedeutung.

Ralph Möllers Geschäftsführer Terzio Die Buchmesse ist ein großer Contentmarkt. Da es um Inhalte geht, würden wir eigentlich in die Kinderbuchhalle gehören.

Mil Thierig Geschäftsführer Tivola Für die Halle 4.0 fehlt ein richtiges Konzept. Die Technikanbieter müßten raus, und die inhaltsorientierten Aussteller müßten zusammengepackt werden. Zu viele Produkte verhindern einen konzentrierten Auftritt der Edutainmentanbieter.

Stefanie Lange Pressereferentin Ubi Soft Der Auftritt auf der Buchmesse ist zur Kontaktpflege ein Muß, doch wir sehen uns nach Alternativen um. Da sich dieses Jahr unsere Schwester Guillemot nicht am Messeauftritt beteiligt hat, sind wir am Gemeinschaftsstand mit Heureka Klett vertreten, die für uns den Buchhandel betreuen.

Michael Fleisner GF United Soft Media Die Buchmesse ist die kreative Inhaltsmesse, deshalb präsentieren wir uns im Medienverbund mit unseren Buchverlagen. Die Leute reagieren erst überrascht, dann aber interessiert auf Software in der Halle 6.0.

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