Nachgefragt: Dirk Weyel
"Klassische Finanzierungsmodelle müssen überdacht werden"
GM: Wie viele Mitarbeiterhat 4-Real?
Dirk Weyel: Neben den vier GF arbeiten zurzeit sechs feste Mitarbeiter sowie zahlreiche Freie für 4-Real. Unser Geschäft erfordert hohe Flexibilität und damit auch ein flexibles Team, über das wir mit internen und externen Mitarbeitern verfügen.
GM: Nach langer Zusammenarbeit haben sich die Wege von 4-Real und Dagmar Ascher getrennt. Warum?
Weyel: Wir haben mit Frau Ascher zwei Jahre erfolgreich im PR-Bereich kooperiert. In dieser Zeit hat sich 4-Real Intermedia als Agentur weiterentwickelt. Es ergaben sich zunehmend unterschiedliche Auffassungen über die künftige Ausrichtung. Daher haben wir Anfang des Jahres beschlossen, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr sinnvoll ist, und die Partnerschaft beendet.
GM: Wie hat sich aus ihrer Sicht die Branche entwickelt?
Weyel: Die Unterhaltungssoftwarebranche ist sicherlich eine der interessantesten Branchen, in denen man arbeiten kann. Man konnte in den letzten Jahren zahlreiche Entwickler und Publisher kommen und gehen sehen, aber die Wachstumsprognosen für die Gamesindustrie sind nach wie vor gut. Durch die zunehmende Konvergenz mit anderen Entertainmentbereichen ergeben sich zahlreiche spannende Möglichkeiten für immer komplexere und faszinierendere Produkte. Aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung und der ständig steigenden Qualitätsansprüche, birgt dies aber auch die Gefahr, sündhaft teure "Prestigeobjekte" zu produzieren, die sich am Ende nicht rechnen. Unserer Ansicht nach ist es wichtig, die Wertschöpfung der Produkte zu erhöhen und die Vermarktungsmöglichkeiten des geistigen Eigentums frühzeitig zu analysieren und entsprechend voranzutreiben. Das setzt voraus, dass Spielkonzepte nach diesen Gesichtspunkten geprüft und beurteilt werden. Damit sind wir mitten im Spannungsfeld zwischen Development und Marketing - eine Schnittstelle, deren effektives Management oftmals ein kritischer Erfolgsfaktor für das Produkt ist. In diesem Zusammenhang wird es auch notwendig, die klassischen Finanzierungsmodelle zwischen Entwickler, Publisher und Distributor zu überdenken und nach Alternativen zu suchen.