Nachgefragt: Niels Mankel, Brand Manager Edutainment VUIPD
Mit neuen "Barbie"-Titeln und Games zur Zeichentrickserie "Butt-Ugly Martians" will Vivendi Universal Publishing im Weihnachtsgeschäft 2002 für Furore sorgen. GamesMarkt.de sprach mit Niels Mankel, Brand Manager Edutainment Vivendi Universal.
GamesMarkt.de: Früher hat sich Vivendi Universal Publishing bei der Veröffentlichung von Kindertiteln für Konsole eher zurückgehalten. Warum bedienen Sie diesen Markt nun so intensiv?
Niels Mankel: Die ersten Kids-Titel für Konsole, etwa unsere "Sabrina"- und "Barbie"-Titel für PSone und Game Boy Color, haben wir bereits im vergangenen Jahr herausgebracht. Dieses Jahr stehen weitere Konsolentitel an, so unter anderem "Barbie", "Butt-Ugly Martians" und "Fisher Price". Im Gamesbereich spielen die Konsolen schon länger eine wichtige Rolle, im Kinderbereich entsteht erst allmählich ein eigenständiger Markt. Unsere Game Boy Color-Titel beispielsweise verkaufen sich gut, weil der Game Boy Color vor einem Jahr bereits in der Zweit- und Drittvermarktung angeboten wurde und er das Handheld ist, das von den älteren Kindern an ihre jüngeren Geschwister weitergegeben wurde. Will heißen: Die jüngeren Kinder greifen auf die älteren Konsolen zurück.
GM: Kaufen Kinder oder deren Eltern auch die neuen Konsolen, um darauf "Barbie" oder "Butt-Ugly Martians" zu spielen?
Mankel: Ursprünglich waren GameCube, PlayStation 2 und Xbox als reine Konsolen für Hardcorespieler gedacht, was sich auch durch den Preis der Hardware auszeichnen sollte. Als erste Firma hat Nintendo den Preis für den GameCube so weit gesenkt, dass die Konsole praktisch vom Taschengeld bezahlt werden kann. Auch die Konsolen von Microsoft und Sony sind entsprechend günstiger geworden. Somit hat Nintendo durch den Preiskrieg dafür gesorgt, dass das Thema Kinder und Konsole aktuell geworden ist. Das wäre nicht der Fall, wenn eine Konsole 460 Euro kosten würde.
GM: Hat dieser Preiskrieg die Entwicklung von Konsolentiteln für jüngere Kinder bei Vivendi Universal Publishing Kids begünstigt?
Mankel: Nein. Die Entwicklungen waren bereits abgeschlossen. Wir hatten befürchtet, dass der anfänglich hohe Preis der neuen Konsolen den Absatz von Kids-Spielen erschweren würde. Aber durch den Preiskampf und die deutliche Preissenkung bei den neuen Konsolen hat sich die Situation geändert. Wenn die Konsolen so teuer geblieben wären, wie es ursprünglich geplant war, hätten wir diese jüngeren Zielgruppen sicherlich nur sehr schwer erreichen können.
GM: Wir danken für das Gespräch.