Neue Speichertechnologie von CD-Erfinder
Der Erfinder der CD- und CD-ROM-Technologie, James Russell, hat eine neue Speichermethode namens OROM (Optical Read-Only Memory) entwickelt, die letztendlich die CD-ROM überflüssig machen soll. OROM speichert Daten auf holographischem Wege - in optischen Systemen aus Kunststoff von der Größe einer halben Visitenkarte - und das Ablesen der Information durch die OROM-Linsen erfolgt mittels winziger Leuchtdioden. Jede Karte soll 128 MB an Daten speichern können, und da sie in Lesegeräte ohne bewegliche Teile geschoben werden, verbraucht das Ablesen der Daten so gut wie keine Energie.
Für die Entwicklung seiner neuen Erfindung hat Russell die Firma "ioptics" oder "Information Optics" gegründet und sich den Rückhalt der US-amerikanischen Wirtschaft gesichert: Microsoft, Polaris Venture Partners, Britannia Ltd. und andere Investoren brachten bis zu 9,5 Millionen US-Dollar ein, Präsident und Chef-Manager von "ioptics" ist der frühere Hewlett-Packard General Manager Fred L.Hanson.
Der Markt für OROM-Speicher verspricht enorm zu sein: von chipgesteuerten Haushaltsgeräten (inklusive Toastern) bis zu Kontrollgeräten der Industrie, GPS-Navigator-Geräten, Spielkonsolen, tragbaren Computern und natürlich Geräten für Musik- und Bildwiedergabe. Tragbare CD- und Kassettengeräte könnten von OROM-Lesegeräten verdrängt werden, da diese ohne bewegliche Teile gegen Ablesefehler bei Stößen und Wackeln immun sind. Vor allem aber der niedrige Herstellungspreis und geringe Stromverbrauch von OROM-Speichern und Zubehör sollen zum Erfolg führen, nicht zuletzt auf dem Markt der Notebooks und Palmtop-Computer. Der Preis für MROM bzw. FlashMemory liegt bei einigen Dollar pro Megabyte, während OROM etwa zwei Cent pro Megabyte kosten soll. Erste Anwendungen der neuen Technologie sollen Mitte 1999 marktreif sein.