Nintendo bringt Game-Boy-Nachfolger heraus und schließt Joint-Venture
Nintendo hat das Geheimnis der Zukunft seines Game Boys gelüftet und einen Nachfolger für 2000 angekündigt. Gleichzeitig hat der Konzern mit Konami ein Joint-venture für die Software-Unterstützung geschlossen.
Nintendo hat die Aufmerksamkeit des Markts von neuen Next-Generation-Konsolen auf das Segment Handheld umgelenkt. Der Konzern hat für August nächsten Jahres in Japan ein Nachfolgeprodukt für den erfolgreichen Game Boy angekündigt. Der Start in den USA und Europa ist für Weihnachten 2000 geplant. Der Arbeitstitel lautet "Game Boy Advanced" (GBA). Details zu einem möglichen Verkaufspreis sind unbekannt. Nintendo will nach eigenen Angaben aber auf den Massenmarkt zielen. Herzstück des GBA ist eine 32-bit-CPU der englischen Firma ARM. Ein Highlight des neuen Handhelds ist die Verbindungsmöglichkeit mit Mobiltelefonen. Daraus resultiert ein vollwertiger Internet-Zugang, über den neben Online-Gaming auch Software-Downloads möglich sein sollen. Ein Erweiterungs-tool für den Game Boy Color mit der gleichen Funktion soll bereits im April 2000 erscheinen. Der GBA soll weiterhin kompatibel mit alten Spielen für Game Boy und Game Boy Color sein. Titel die exklusiv für GBA entwickelt werden, sollen aber nicht auf den "alten" Systemen abspielbar sein. Ein weiteres Feature ist die Verbindungsmöglichkeit mit dem Next-Generation-System von Nintendo, das unter "Dolphin" bekannt ist. Schließlich plant Nintendo auch eine neue Digitalkamera als Zusatzprodukt. Damit soll Spielern ermöglicht werden, Online-Gegner auch real zu sehen. Um von Beginn an die notwendige Software-Unterstützung zu haben, ist Nintendo eine Allianz mit Konami eingegangen. Resultat ist ein Joint-venture- Unternehmen mit dem Namen Mobile 21. Mobile 21 soll Software entwickeln, die spe-ziell auf die Verbindungsfähigkeiten von Mobiltelefonen mit der neuen Nintendo-Konsole zugeschnitten ist. Das Startkapital der neuen Firma soll insgesamt 300 Millionen Yen betragen und wird gleichwertig von beiden Seiten des Joint-venture investiert. Ein Teil des Geldes soll in einen möglichst raschen Börsengang investiert werden, damit Mobile 21 ausreichend Ressourcen hat, um hochgradige Talente aus der Branche an sich zu binden.