Nintendo meldet starke Verkaufszahlen bei leichtem Umsatzrückgang
Obgleich Nintendo leichte Rückgänge bei Umsatz und Betriebsgewinn von April 2021 bis März 2022 im Vergleich zum besonders guten Vorjahr verzeichnete, verkaufen sich die Switch-Konsolen und Games weiterhin sehr stark. Mittlerweile sind über 107 Millionen Geräte aus der Switch-Familie in Umlauf.
Nintendo meldet starke Verkaufszahlen von Switch-Konsolen von April 2021 bis Ende März 2022. In dem Zeitraum wurden 23,06 Millionen Konsolen weltweit abgesetzt, wobei das Unternehmen von einem "guten Gleichgewicht zwischen den drei einzelnen Modellen" spricht. Und zwar entfallen 5,8 Millionen Verkäufe auf das OLED Modell (Release: Oktober 2021), 13,56 Millionen auf die normale Version und 3,7 Millionen auf die Lite-Variante. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich dennoch ein Rückgang bei den Konsolen-Verkäufen um knapp 20 Prozent (von 28,83 Millionen). Den Rückgang im Vorjahresvergleich führt Nintendo auf die damalige Veröffentlichung von "Animal Crossing: New Horizons" als Zugpferd für die Hardware-Verkäufe in Kombination mit den Covid-19-Maßnahmen und auf die Engpässe bei Halbleiterkomponenten und anderen Teilen zurück.
Seit der Markteinführung sind weltweit 107,65 Millionen Konsolen in Umlauf, davon entfallen 83,45 Millionen auf die Standard-Switch-Variante. Damit hat die Switch die Wii (101 Millionen Verkäufe) als bisher erfolgreichste Heim-Konsole von Nintendo überholt. Nur die Handhelds Gameboy und Nintendo DS waren erfolgreicher. Von April 2022 bis Ende März 2023 möchte das Unternehmen weitere 21 Millionen Geräte absetzen. Hierzu soll die Attraktivität aller drei Hardware-Modelle gefördert werden. Eine neue Switch-Konsole ist in dem Bericht nicht erwähnt worden.
Bei dem Software-Absatz schaffte Nintendo einen neuen Rekord. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr wurden 235,07 Millionen Titel verkauft (+1,8 Prozent), was den höchsten jemals für eine Nintendo-Plattform erzielten Jahresumsatz bedeutet. Hervorgehoben werden "Pokémon Strahlender Diamant" und "Pokémon Leuchtende Perle" mit zusammen 14,65 Millionen Verkäufen, während "Pokémon Legenden: Arceus" bereits bei 12,64 Millionen steht. "Mario Party Superstars" erzielte bis Ende März 2022 6,88 Millionen Verkäufe und "The Legend of Zelda: Skyward Sword HD" liegt bei 3,91 Millionen. "Metroid Dread" ist mit 2,9 Millionen verkauften Exemplaren das bisher erfolgreichste Spiel der Metroid-Prime-Reihe.
Auch ältere Titel schlugen sich weiterhin teils beeindruckend gut. Dauerbrenner "Mario Kart 8 Deluxe" konnte sich im vergangenen Geschäftsjahr fast zehn Millionen Mal verkaufen und liegt damit insgesamt bei 45,33 Millionen. "Animal Crossing: New Horizons" erreichte 38,64 Millionen Verkäufe (+6,01 Millionen). "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" liegt bei 26,55 Millionen (+ 4,28 Millionen). Insgesamt 39 Spiele von Nintendo haben sich auf der Switch mehr als eine Million Mal verkauft. Zudem ist Nintendo mit dem Absatz von Zusatzinhalten wie "Animal Crossing: New Horizons - Happy Home Paradise" und "Mario Kart 8 Deluxe - Booster Course Pack" zufrieden, ohne jedoch exakte Verkaufszahlen zu nennen. Darüber hinaus entwickelten sich die Verkäufe von reinen Download-Titeln und die Verkäufe im Zusammenhang mit Nintendo Switch Online "gut". Der Umsatz im Digitalvertriebssegment lag bei 359,6 Milliarden Yen bzw. 2,625 Milliarden Euro - ein Anstieg von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Mobile-Segment wurden 389,1 Millionen Euro umgesetzt - ein Rückgang um 6,5 Prozent.
Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden 12,376 Milliarden Euro umgesetzt (ein Rückgang um 3,6 Prozent), wobei der Umsatz außerhalb Japans knapp 79 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte. Der operative Betriebsgewinn liegt bei 4,33 Mrd. Euro (-7,5 Prozent), während der den Eigentümern der Muttergesellschaft zurechenbare Gewinn nahezu gleich blieb (3,49 Mrd. Euro).
Mit "Nintendo Switch Sports" (April), "Xenoblade Chronicles 3" (Juli), "Splatoon 3" (September), "Pokémon Karmesin und Purpur" (Ende 2022) und "Bayonetta 3" (2022) sollen die Verkaufszahlen im laufenden Geschäftsjahr angefeuert werden - ebenso durch Third-Party-Titel. Der prognostizierte Software-Absatz liegt bei 210 Millionen Exemplaren.
Das Umsatzziel für das laufende Geschäftsjahr liegt bei 11,67 Milliarden Euro, aber Auswirkungen durch die Covid-19-Pandemie und Engpässe bei Halbleiterkomponenten könnten das Ergebnis weiterhin beeinträchtigen. "Die Nintendo-Gruppe wird die notwendigen Maßnahmen ergreifen und den Geschäftsbetrieb fortsetzen, um ein Umfeld zu schaffen, in dem die Verbraucher:innen weiterhin Nintendo-Produkte und -Dienstleistungen genießen können", heißt es.