Nishida stärkt Gerdes den Rücken
Im Gespräch mit der "SZ" hat sich Sony-Europa-Chef Fujio Nishida zuversichtlich gezeigt, Apples iPod zu überholen und dank PS3 den Durchbruch mit Blu-ray zu erreichen. Nishida stellte sich außerdem demonstrativ hinter Sony-Deutschland-Chef Manfred Gerdes.
Sony hat wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Dies sagt Fujio Nishida, seit wenigen Monaten Europachef des Konzerns, im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). So sieht Nishida Sony in guter Position beim Formatstreit in der Videobranche. Insbesondere die Blu-ray-Fähigkeit der Spielkonsole PlayStation 3 kommt seiner Ansicht nach eine entscheidende Rolle zu. "Diese Kombination wird uns auf dem Markt zum Durchbruch verhelfen", so Nishida gegenüber der "SZ".
Mehr verdienen will Sony auch mit HD-TV-Geräten und Breitband-Anwendungen. Und auch Apples iPod hat Sony ins Visier genommen. Innerhalb von zwei bis drei Jahren wolle Sony den iPod bei den Geräten, mit denen Musik heruntergeladen und abgespielt werden kann, überholt haben. Erreicht werden soll dies durch eine Reaktivierung des "Walkman". In dem Marktsegment sieht der Sony-Europe-Chef aber auch eine grundlegende Veränderungen voraus. Nicht der iPod sei der eigentliche Wettbewerber, sondern das Mobiltelefon. In der Tat sind bei immer mehr Geräten umfangreiche Musikfunktionen implementiert.
Demonstrativ den Rücken gestärkt hat Nishida in dem Gespräch auch Sony Deutschland-Chef Manfred Gerdes. Er sei der beste Mann auf dieser Position. Nishida reagierte damit auf Berichte, denen zufolge Gerdes entmachtet worden sei. Auslöser der Gerüchte war ausgerechnet Nishida selbst. Er löste im November 2005 Chris Deering als Chef von Sony Europa ab, der überraschend seinen Posten aufgab. Gerdes war ein langjähriger Weggefährte Deerings bei der Sony-Spieletochter Sony Computer Entertainment (SCE). Nur kurze Zeit nachdem Deering von SCE Europa zu Sony Europe berufen wurde, wechselte auch Gerdes von SCE Deutschland zu Sony Deutschland.