Ab Ende Mai ist es soweit: Mit "Söldner - Secret Wars" besiedeln haufenweise käufliche Killer das Netz. Wir haben genau hingeschaut und nachgfragt.

In den Neunzigern hatte das Klischee vom einsamen Zocker noch eine gewisse Daseinsberechtigung. Wegen Postmonopol und Analogtechnik vergnügte man sich offline, nur ein paar Computerfreaks trafen via LAN oder Telefonleitung in den mickrigen Multiplayermodi altväterischer Strategiespiele oder Ego-Shooter aufeinander.

Doch der Internetboom vernetzte die Welt, und der Onlineaspekt rückte bei der interaktiven Unterhaltung ins Blickfeld. Spätestens seit "Counter Strike" haben neben Rollenspielen auch mehr oder weniger taktische Ballereien ihren festen Platz im Internet.

Und dank EAs "Battlefield"-Reihe ist heute klar: Actionspiele brauchen weder eine ausgefeilte Story noch eine motivierende Einspielerkampagne, um hohe Verkaufszahlen zu erreichen.

Söldner: kein Gewissen - dafür Waffen

Mit Wings Simulations vertraut sogar ein deutscher Entwickler auf Popularität und Akzeptanz des Onlinewaffengangs. Seit 2001 arbeitet das zu JoWooD gehörende Studio des Industrieveteranen Teut Weidemann am PC-Titel "Söldner - Secret Wars", einem taktisch angehauchten Kriegsactiontitel, dessen Fokus klar auf dem Internet liegt.

Bis zu 32 Onlinesoldaten (auf später einzurichtenden Linux-Servern sollen es 128 sein) schlagen die Schlachten der nahen Zukunft: 2010 werden Kriege nicht mehr durch nationale Armeen, sondern von kleinen, käuflichen Spezialeinheiten ausgetragen. Die Spieler mimen solche Science-Fiction-Söldner, die für Geld dem Gegner des Auftraggebers materielle und personelle Verluste zufügen.

Sparen aufs eigene solide Vehikel

Der kleine Sprung in die Zukunft erlaubt den Entwicklern nicht nur eine fiktive politische Großwetterlage (natürlich mischen Mächte wie China, Russland oder die USA mit), sondern auch ein breites Spektrum hoch moderner Waffen.

Aus über 70 Modellen - von der MP über Automatikgewehre bis zur Panzerfaust - darf der Söldner von morgen wählen, zudem stehen mehr als 60 Fahrzeuge bereit.

Wie in "Battlefield" geht's auf Knopfdruck in simpel zu beherrschende Vehikel wie Jeep, Panzer, Helikopter oder Flugzeug. Allerdings liegt das Kriegsmaterial nicht einfach so in der knapp 23 Mio. Quadratkilometer großen Welt herum: die Ausrüstung muss vom Spieler- bzw. Teamsold gekauft werden.

Auch Söldner mögen's individuell

Eine zweite große Neuerung im Genre: Alle Objekte in "Söldner" sind zerstörbar - ob Haus, Mauer oder Baum. Wird heftig um einen Frontabschnitt oder eine Flagge gekämpft, sieht man das der Umgebung schnell an.

Allerdings profitiert vom so genannten Advanced-Destruction-System nicht nur die Atmosphäre, sondern auch der Spielfluss: Soldaten können sich nicht dauerhaft in Gebäuden verschanzen, dafür bieten frische Krater oder gefällte Bäume immer wieder neue Verstecke.

Der größte Unterschied zum Klassenprimus "Battlefield": Neben einer Ego-Perspektive (in Gebäuden vorteilhaft) bieten die Entwickler eine Third-Person-Ansicht für einen besseren Überblick in den Außenwelten und eine stärkere Identifikation mit dem eigenen Söldner.

Dessen Aussehen ist nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit einzigartig - 60.000 Kombinationsmöglichkeiten beim Ausrüsten und Einkleiden und der Alter-Ego-Wahl machen's möglich!

Nachgefragt:

"Von der Community für die Community"

Wir sprachen mit Markus Malti, Marketing Director Bigben Interactive, über die Besonderheiten von "Söldner".

» Ist es in puncto USK-Freigabe nicht problematisch, dass der "Söldner"-Spieler durch Abschüsse des Gegners Geld verdient?

Der Titel wurde von der USK mittlerweile schon geprüft. Wir haben für "Söldner" USK 16 beantragt und auch bewilligt bekommen. Das Rating zeigt, dass das Spiel zwar actiongeladen, aber nicht unnötig brutal ist. Es findet keine Gewaltverherrlichung statt - der Spielspaß steht im Vordergrund.

» "Söldner" ist primär ein Onlinetitel. Epische Onlinerollenspiele haben sich bereits durchgesetzt. Aber wie reif ist der deutsche Markt für pure Onlineaction?

Titel wie die "Battlefield"-Reihe oder "Counter-Strike" zeigen, dass sich Onlineaction mittlerweile sogar mehr durchgesetzt hat als epische Onlinerollenspiele. Onlineaction hat eine größere Zielgruppe und generell einen größeren Markt erobert als Onlinerollenspiele. Außerdem haben heute über 90 Prozent der Gamer einen Internetzugang.

» Onlinetitel verlangen wegen bereitzustellender Serverkapazitäten akkurate Forecasts. Mit wie vielen Spielern können sie ab dem Erstverkaufstag fertig werden?

Wir haben die Serverkapazitäten, um zum Erstverkaufstag von "Söldner - Secret Wars" mehr als 70.000 Spieler handeln zu können. Wings Simulations und JoWooD Entertainment haben in Kooperation mit Krawall.de die entsprechenden technischen Voraussetzungen geschaffen.

» Gerade in diesem Genre tragen Fansites und Clans erheblich zum lang anhaltenden Erfolg eines Produkts bei. Wie unterstützen Sie die "Söldner"-Community?

"Söldner - Secret Wars" ist ein Titel, der von der Community für die Community entwickelt wurde. Die Community ist sehr wichtig, deswegen hat das Entwicklerstudio Wings Simulations sehr eng mit ihr zusammengearbeitet und ihre Wünsche und Anregungen bestmöglich im Spiel umgesetzt. "Söldner" spiegelt das wieder, was die Community haben wollte und will. Sie hat unsere Unterstützung, so massiv wir können: Zum Beispiel unterstützen wir LAN-Partys und sponsern Clans, Turniere und Competitions.

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