Wider Erwarten bleibt eine zunehmende Nachfrage nach Computern und Mikroprozessoren weiterhin aus. Auch der Schulanfang brachte der Branche nicht die ersehnte Konjunkturbelebung. Die anhaltende Flaute ist Anlass für Hersteller und Analysten, ihre Umsatzprognosen einer Korrektur nach unten zu unterziehen.

Auf eine deutliche Erholung im zweiten Halbjahr 2002 hatte die PC- und Chipbranche gehofft. Das war im Frühjahr und Frühsommer. Neue Zahlen aus der Industrie und von Marktforschern machen diese Zuversicht zunichte. Anfang September korrigierte Intel seine Umsatzerwartungen für das dritte Quartal leicht nach unten: Statt von einem Umsatz in Höhe von 6,3 bis 6,9 Milliarden Dollar geht der Chiphersteller nun von einem Umsatz zwischen 6,3 und 6,7 Milliarden Dollar aus.

Aufschwung lässt auf sich warten

Dass das Unternehmen gezwungen ist, seine Zahlen zu korrigieren, führt Intel auf den schwachen Absatz im Segment Mikroprozessoren zurück. "Der Verkauf von Mikroprozessoren tendiert zum niedrigeren Ende des saisonüblichen Niveaus", sagte Intel-Präsident Paul Otellini. Der ausbleibende Aufschwung in der PC-Branche veranlasste auch ATI Technologies zur Korrektur seiner Umsatzprognose. Für das vierte Quartal seines Geschäftsjahrs 2001/ 2002, das der kanadische Grafikkartenhersteller am 31. August abschloss, erwartet er nur noch einen Umsatz zwischen 235 und 240 Millionen US-Dollar. Ursprünglich hatte das Unternehmen mit 26 bis 31 Millionen Dollar mehr Umsatz gerechnet. Aus diesem Grund hatte der Chiphersteller schon einmal seine Umsatzerwartung gesenkt, im Frühjahr für das zweite Quartal. Im bereits laufenden neuen Geschäftsjahr setzt ATI auf seine neue Produktlinie "Radeon 9700", die für stärkere Umsätze sorgen soll.

Normalerweise steigt zum Start eines neuen Schuljahres der Absatz von Rechnern und damit von Computerchips an. In diesem Jahr scheint die Nachfrage aber bislang sehr schwach zu sein. So schwach, dass auch das Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) seine Vorhersage über den weltweiten PC-Absatz im Jahr 2002 nach unten korrigierte.

Hatte IDC im Juni für diesen Bereich noch eine Steigerung von 4,7 Prozent erwartet, sagt sie nun ein Wachstum von nur 1,1 Prozent voraus. Konkret rechnen die Marktforscher mit 135,5 Millionen verkauften PCs. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 134,1 Millionen Rechner abgesetzt. Im Gegensatz zu den USA würden Japan und Westeuropa aber nicht von diesem leichten Wachstum profitieren; dort werde der Verkauf von Computern im Lauf des Jahres 2002 weiter zurückgehen. Für das nächste Jahr erwartet IDC, dass der PC-Absatz weltweit um 8,4 Prozent steigt.

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